
Inhaltsangabe
Sarah und Jennifer sind zwei junge Frauen aus New York. Sie ahnen nicht, dass sie ins Visier einer Gruppe von reichen Sadisten geraten sind.
Die Gruppe trifft sich im Darknet, um ihre ungewöhnlichen sexuellen Wünsche zu teilen. Diese kranken Fantasien wollen sie endlich in die Realität umsetzen und eine Frau zu Tode foltern...
Eine verstörende Geschichte, die selbst den hartgesottensten Fan von extremem Horror zum Winseln bringen wird.
Meine Meinung
Eine verstörende Reise in menschliche Abgründe
Inhaltlich dreht sich alles um das Darknet. Ein Ort, der mir persönlich sehr suspekt ist und bei dem man sich unweigerlich fragt: Ist dort wirklich jemand sicher? Der Autor entwirft ein Szenario, das einerseits völlig realitätsfern wirkt, andererseits aber erschreckend nah erscheint, weil das Internet eben vieles möglich macht. Genau das sorgt für eine konstante unterschwellige Beklemmung.
Im Zentrum steht eine Gruppe reicher Menschen, die sich im Verborgenen zusammenschließen, um ihre sadistischen und zutiefst perversen Fantasien auszuleben: Eine Frau soll entführt und zu Tode gefoltert werden, gegen Bezahlung. Initiiert wird dieses grausame Vorhaben vom Ehepaar Marilyn und Bruce Keller, die eine Art Auktion organisieren und Interessenten anwerben. Unterstützt werden sie von vier ehemaligen Soldaten, von uns liebevoll „die vier Muskeltiere“ genannt, die potenzielle Opfer auswählen und schließlich entführen sollen.
Ins Visier geraten die beiden Frauen Sarah und Jennifer. Sarah arbeitet im Nachtdienst in einer Tierklinik in New York, lebt mit ihrem Kater Gizmo zusammen und befindet sich gerade in einer frischen Datingphase. Jennifer hingegen ist sportlich, alleinstehend und arbeitet als Finanzberaterin. Schnell wird klar: Es wird nicht nur ein Opfer geben. Besonders schockierend fand ich, dass dem eigentlichen Plan bereits eine „Testentführung“ und ein „Testmord“ vorausgehen, ein Element, das perfekt in das Extremhorror-Genre passt und die Skrupellosigkeit der Täter nochmals unterstreicht.
Für ihr Vorhaben rüstet das Ehepaar sogar sein eigenes Haus um: schallisoliert, vorbereitet auf alles, was bei einer solchen „Veranstaltung“ anfallen könnte, inklusive aller denkbaren „unschönen Details“. Die Foltermethoden, denen die Frauen ausgesetzt werden, sind unterschiedlich und nichts für schwache Nerven. Ob und wie die Geschichte für die beiden endet, möchte ich an dieser Stelle bewusst offenlassen.
Am Ende blieb für mich allerdings auch einiges offen. Nicht alle Teilnehmer dieses perfiden „Events“ werden näher vorgestellt, sodass ich ständig auf eine überraschende Wendung gehofft habe, die letztlich ausblieb. Sehr berührt hat mich zudem die Perspektive der Familien der Opfer, sie suchen verzweifelt nach ihren Töchtern, während der Leser längst weiß, was geschehen ist. Dieses Wissen macht das Ganze umso tragischer.
Sprachlich war ich positiv überrascht: Der Schreibstil ist sehr flüssig, sodass ich das Buch trotz der schweren Thematik schnell durchgelesen habe. Gleichzeitig fand ich auch die Hintergründe zum Autor ziemlich gruselig, mehr dazu findet ihr im Abschnitt „Der Autor“. Vielleicht erklärt das auch, warum bisher nicht mehr von ihm erschienen ist.
Mein Fazit
Der Autor
Gil Valle ist ein ehemaliger New Yorker Polizist. Als "Cannibal Cop" wurde er weltweit bekannt. Der erste und einzige Fall, in dem ein Mensch nicht für eine Tat, sondern für seine Fantasien verurteilt wurde.
2012 wurde er verhaftet. Seine Frau hatte seine Chats aus einem Forum gefunden, das sich sexuellen Fantasien mit Mord und Kannibalismus widmete. Angeblich habe er geplant, seine Frau und 100 andere zu entführen, zu foltern und zu essen...
Gil beteuerte immer wieder, das alles seien bloß Hirngespinste. Dennoch: Er verbrachte fast zwei Jahre im Gefängnis, ehe er endlich freigesprochen wurde. Seine Frau ließ sich scheiden, er darf seine Tochter nicht mehr sehen und aus dem Polizeidienst wurde er unehrenhaft entlassen.



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