Samstag, 17. Januar 2026

[HÖREINDRUCK] Das Lachen der Pinguine | Romanbiografie


Titel: Das Lachen der Pinguine | Autorin: Arabella Meran
Verlag: Saga Egmont | Hördauer: 12 Stunden und 10 Minuten
Kaufen: E-Book TB / HB
Gelesen von: Karolin Pape


Inhaltsangabe

Das Lebensbild einer gefühlvollen und weltoffenen Frau, die lange Zeit von der Geschichte vergessen war.

Frederikshavn 1931: Im Fischhandel ihrer Familie lernt die neugierige, lebenslustige Caroline den charmanten Kapitän Klarius Mikkelsen kennen. Von seiner Stimme und seinen blauen Augen fühlt sie sich in eine Welt der Entdeckungen in weiter Ferne getragen. Sie folgt ihm in den norwegischen Walfanghafen Sandefjord und setzt durch, dass sie ihn auf seiner nächsten Expedition begleiten darf. 1935 betritt Caroline Mikkelsen als erste Frau das ewige Eis der Antarktis. Doch dieser Meilenstein erregt kaum Aufsehen. Zurück in Sandefjord begnügt sich Caroline nicht damit, zu Hause auf ihren Mann zu warten, sondern baut ihre eigene Nähschule auf. Erst 60 Jahre später sucht die erfolgreiche, aber unglückliche Journalistin Jesse Brubaker nach der vergessenen Pionierin und will ihre Geschichte erzählen. Als sie die Südpolreisende endlich aufspürt, verändert die Begegnung Jesses eigene Zukunft.

(Quelle: Amazon)

Meine Meinung



Zwischen Polareis und Lebensgeschichten


„Das Lachen der Pinguine“ hat mich vor allem wegen des historischen Hintergrunds neugierig gemacht: Caroline Mikkelsen machte sich im Winter 1934/35 gemeinsam mit ihrem Ehemann Klarius Mikkelsen auf dem Schiff Thorshavn auf den Weg in die Antarktis.
Im Februar 1935 betrat Caroline Mikkelsen dann als erste Frau antarktischen Boden. Genau dieser Aspekt ist für mich auch die größte Stärke des Hörbuchs.
Caroline Mikkelsen

Besonders gut gefallen haben mir die recherchierten Informationen zum Leben der Dänin. Ihre Herkunft, das Kennenlernen mit ihren norwegische Ehemann, ihre Ehe und die Umstände, die sie überhaupt auf die Expedition geführt haben, sind interessant und nachvollziehbar erzählt. Auch die relativ kurzen Passagen der eigentlichen Expedition Richtung Antarktis mochte ich – sie waren kompakt, gut hörbar und haben mein Interesse geweckt.

Gleichzeitig liegt hier für mich aber auch die größte Enttäuschung des Hörbuchs.
Ich hatte mir deutlich mehr von der Expedition selbst erhofft: mehr Pioniergeist, mehr Abenteuer, mehr Antarktis. Vor allem fehlten mir eindrückliche Beschreibungen der Natur, der Weite, der Tiere und der besonderen Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Ortes. Die Reise endet vergleichsweise schnell, und damit auch das Gefühl, wirklich Teil dieses historischen Moments zu sein.

Das weitere Leben von Caroline Mikkelsen ist zwar durchaus interessant, schlägt aber eine ganz andere Richtung ein. Dadurch entstanden für mich spürbare Längen, weil der Fokus zunehmend vom eigentlichen Kern – der Entdeckungsreise und ihrem außergewöhnlichen Mut – wegdriftet.

Zum Endes des Hörbuches wird man auch historisch gesehen aufgeklärt, was die Aussage betrifft, dass Caroline Mikkelsen die erste Frau war, die antarktischen Boden betreten hat. Denn da gibt es noch Unterschiede hinsichtlich Festland und Inselgebiete. Aber diese genauen Details erfahrt ihr, wenn ihr zum Buch oder Hörbuch greift.

Der Gegenwartspart mit der Journalistin Jessica Brubaker hat mich persönlich eher gestört. Zwar dient er dazu, Carolines Geschichte überhaupt ans Licht zu bringen, doch für mich hätte es diesen Erzählstrang nicht gebraucht. Besonders das ausführlich geschilderte Liebesleben von Jessica empfand ich als nebensächlich und uninteressant und es hat mich immer wieder aus der eigentlichen Geschichte herausgerissen.


Fazit

„Das Lachen der Pinguine“ ist ein solides, gut recherchiertes Hörbuch über eine faszinierende Frau, bleibt für mich aber hinter seinem Potenzial zurück. Wer eine ruhige, biografisch geprägte Geschichte sucht, wird hier fündig. Wer jedoch – wie ich – auf Abenteuer, Naturgewalt und das Gefühl der Antarktis hofft, könnte enttäuscht werden.
Weitere Rezensionen zum Buch

Die Autorin

Arabella Meran ist in Köln geboren und im Rheinland zwischen Heuballen und Kuhfladen aufgewachsen. Schon in Jugendtagen war sie literaturbegeistert und hat selbst Geschichten und Theaterstücke geschrieben, die sie mit ihren fünf Schwestern auf der Wohnzimmerbühne inszeniert hat. Sie war zehn Jahre lang als Anwältin tätig. 2016 hat sie ihre Robe an den Nagel gehängt und einen Masterabschluss im Fach "Biografisches und Kreatives Schreiben" erworben. Inzwischen lebt sie in Berlin, wo sie ihrer Berufung als Autorin und Schreiblehrerin folgt. Auf ihren vielen Reisen in die beeindruckenden Landschaften Skandinaviens und in europäische Kulturstädte schöpft sie Inspiration für ihre Romane.
© Amazon

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