Titel: Und morgen dein Tod | Autorin: Carla NortonInhaltsangabe
Reeve war zwölf, als sie entführt wurde. Jahrelang wurde sie von dem Psychopathen Flint gefangen gehalten und misshandelt, bis man ihn fasste. Nun, mit Anfang zwanzig, hat sie sich endlich ein ruhiges, sicheres Leben als Studentin aufgebaut. Doch dann bricht Flint aus der Psychiatrie aus. Reeve ist die Einzige, die weiß, wie er tickt. Sie wendet sich ans FBI – bereit, noch einmal durch die Hölle zu gehen,
um Flint endgültig zur Strecke zu bringen...
Meine Meinung
Ein Psychopath auf der Flucht
In wenigen, sehr eindringlichen Momenten wird die Entführung geschildert: schnell, präzise, erschreckend effektiv. Ein kleines Mädchen gerät in die Fänge eines Psychopathen und ihr Leben verändert sich für immer.
Dann wechselt das Setting abrupt. Die Handlung führt in die psychiatrische Klinik Olshaker in Washington, genauer gesagt in die forensische Abteilung der größten Nervenklinik des Bundesstaates. Hier verbringt Daryl Wayne Flint sein restliches Leben. Der Mann, der das Mädchen entführt und über Jahre gefangen gehalten hat. Nur ein schicksalhafter Zufall rettete dem Opfer damals das Leben und brachte Flint letztlich hinter verschlossene Türen.
Doch Flint ist alles andere als gebrochen.
Er ist intelligent, berechnend und geduldig. Er beobachtet genau, spielt den Wärtern und der Klinikleitung etwas vor und schmiedet im Verborgenen Pläne. Über Jahre hinweg manipuliert er sein Umfeld und am Ende gelingt ihm tatsächlich das Unfassbare: Er entkommt.
Die Medien überschlagen sich, während Polizei und FBI fieberhaft nach dem Flüchtigen suchen.
Zur selben Zeit erhält eine junge Frau Anfang zwanzig einen Anruf.
Reeve, die nach den traumatischen Ereignissen ihrer Kindheit ihren Namen geändert hat, erfährt, dass ihr Entführer wieder auf freiem Fuß ist.
Heute lebt sie in San Francisco, studiert und versucht, ein möglichst normales Leben zu führen. Doch die Nachricht von Flints Flucht versetzt sie sofort in Alarmbereitschaft. Die Angst, die sie lange Zeit unter Kontrolle hatte, meldet sich zurück.
Erschwerend kommt hinzu, dass ihr Psychiater gerade im Ausland ist und nicht erreichbar scheint. Ein Umstand, der ihr schmerzhaft bewusst macht, dass sie sich nun selbst stellen muss, ihrer Vergangenheit und der Möglichkeit, Flint erneut gegenüberzustehen.
Während ihre Familie vor Angst fast erstarrt, findet Reeve zumindest einen Verbündeten: Milo Bender, ein ehemaliger FBI-Agent. Er war damals der Ermittler im Entführungsfall und hat Reeve stets unterstützt, während der Ermittlungen ebenso wie während der Prozesse. Trotz seines Ruhestands und gesundheitlicher Probleme ist er sofort bereit, ihr zu helfen.
Die Behörden treten bei der Suche nach Flint lange auf der Stelle. Doch Reeve weiß, dass sie den Mann besser kennt als jeder andere. Schließlich hat sie Jahre in seinem Keller überlebt.
Sie beginnt, nach Hinweisen zu suchen und ihre Beobachtungen an das FBI weiterzugeben. Schnell wird klar: Ihre Einschätzungen ergeben Sinn.
Sie ist Flint näher, als es den Ermittlern gelingt.
Was Reeve jedoch nicht ahnt: Flint war an seiner Flucht nicht allein beteiligt. Und noch viel gefährlicher, er hat sein Ziel nie aus den Augen verloren. Er sehnt sich nach einem Mädchen. Nach Reeve. Er will sie wieder besitzen.
Während er auf seiner Flucht blutige Spuren hinterlässt, entwickelt sich ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem lange nicht klar ist, wer eigentlich die Oberhand hat.
Ich habe diesen Nonstop-Thriller unglaublich gern gelesen. Der Aufbau der Geschichte funktioniert hervorragend, und der Schreibstil von Carla Norton ist flüssig, packend und sehr atmosphärisch.
Reeve war mir sofort sympathisch. Ihre Stärke, aber auch ihre Verletzlichkeit, wirken sehr authentisch. Gleichzeitig fand ich auch die Kapitel aus Flints Perspektive äußerst spannend, weil sie so gefährlich nah an seinem Denken sind.
Diese Perspektivwechsel erzeugen eine permanente Spannung, die mich immer weiter durch die Seiten getrieben hat.
Besonders schön war für mich eine ganz persönliche Erkenntnis:
Dieses Buch stand jahrelang in meinem Regal.
Jedes Jahr um Weihnachten sortiere ich Bücher aus, bei denen ich glaube, dass sie nicht mehr zu meinem Lesegeschmack passen. Dieses hier blieb stehen und ich bin sehr dankbar dafür. Es hat mich positiv überrascht und mir gezeigt, dass manche Geschichten nur darauf warten, endlich entdeckt zu werden.
Mein Fazit
„Und morgen dein Tod“ ist ein fesselnder Thriller voller Spannung, psychologischer Tiefe und einem intensiven Katz-und-Maus-Spiel zwischen Opfer und Täter. Die Geschichte ist packend erzählt und bleibt bis zum Schluss nervenaufreibend.
Auch wenn man die Vorgeschichte in "Und nachts die Angst", also die Entführung und die Jahre der Gefangenschaft, idealerweise zuerst lesen sollte, funktioniert dieser Band auch erstaunlich gut für sich allein.
Für mich war dieses Buch eine großartige Überraschung aus dem eigenen Bücherregal und eine Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.
Die Autorin


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