
Inhaltsangabe
Ein grausamer Fund
Ein tödliches Rätsel
(Quelle: Buchhandlung Albrecht)
Meine Meinung
Das Sterben hat begonnen
Nach dem fulminanten Auftakt mit "Krähentage" war ich besonders gespannt auf die Fortsetzung "Aschesommer" und wurde definitiv nicht enttäuscht. Bereits der Prolog zieht einen tief hinein: düster, psychologisch intensiv und aus der Perspektive des Täters erzählt. Man spürt sofort, dass hier ein hochintelligenter, durchdachter und extrem gefährlicher Mensch am Werk ist, der von einer seiner ersten Taten berichtet: jener Tat, die ihn schließlich für viele Jahre in eine psychiatrische Einrichtung gebracht hat.
Parallel dazu stoßen Jakob Krogh und Mila Weiss auf zwei Leichen in einem unterirdischen Kühlhaus. Ein verstörender Fund, der in starkem Kontrast zur brütenden Sommerhitze steht. Schon hier wird klar: Etwas Großes hat begonnen. War es im ersten Band noch die rätselhafte Botschaft „Schaut nach oben!“, so ist es diesmal der unheilvolle Satz „Das Sterben hat begonnen“, der die Ermittlungen prägt. Dieser führt das Team auf ein zunächst ungewöhnlich wirkendes Thema: die Paläontologie. Ein Gebiet, mit dem ich zuvor kaum Berührungspunkte hatte und genau das hat den Reiz für mich ausgemacht. Der Thriller schafft es, Interesse für ein scheinbar fernes Fachgebiet zu wecken und dieses spannend in die Handlung einzubinden.
Schnell wird klar, dass es in der Erdgeschichte fünf große Massenaussterben gab und ebenso schnell wird deutlich: Die Leichen im Kühlhaus sind nur der Anfang. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem der Täter den Ermittlern scheinbar immer einen Schritt voraus ist. Es entsteht ein intensives Katz-und-Maus-Spiel, das beim Hören durchgehend Spannung erzeugt. Man möchte verstehen, tiefer in die perfiden Gedankengänge des Täters eintauchen und gleichzeitig die Lösungsansätze des Ermittlerteams verfolgen. Besonders faszinierend ist dabei die Tatsache, dass der Schlüssel zu all dem, der Täter und zugleich der Experte auf dem Gebiet der Paläontologie , ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik sitzt.
Benjamin Cors arbeitet auch in diesem Band wieder mit starken Symboliken. Die Sonnenblume auf dem Cover, bereits gezeichnet von Verfall, zieht sich sinnbildlich durch die Geschichte und findet im Sonnenblumenfeld am Ende eine eindrucksvolle Bedeutung. Die Handlung überzeugt zudem mit mehreren überraschenden Wendungen und einem Finale, das nicht nur schlüssig ist, sondern auch große Neugier auf den nächsten Band weckt.
Auch die Figuren entwickeln sich spürbar weiter. Jakob und Mila gewinnen an Tiefe, bleiben greifbar und tragen beide ihre eigenen Geheimnisse mit sich. Gerade diese persönlichen Hintergründe machen sie noch interessanter und es wird bereits angedeutet, dass Milas Vergangenheit im nächsten Band eine noch größere Rolle spielen wird, worauf ich mich sehr freue.
Ein absolutes Highlight ist erneut Sprecher Oliver Siebeck. Er verleiht sowohl dem Täter als auch dem Ermittlerduo eine starke, glaubwürdige Stimme und trägt die Atmosphäre des Thrillers perfekt. Für mich ist er inzwischen ein fester Bestandteil dieser Reihe, den ich mir auch für die kommenden Teile wünsche.
Fazit
"Aschesommer" ist eine mehr als gelungene Fortsetzung: intelligent konstruiert, atmosphärisch dicht und durchgehend spannend. Die Mischung aus psychologischem Tiefgang, ungewöhnlicher Thematik und starken Figuren macht diesen Thriller zu einem echten Hörerlebnis.
Klare Hör- und Leseempfehlung für alle, die raffinierte, düstere und außergewöhnlich konstruierte Thriller lieben und ein absolutes Muss für Fans von Krähentage!
Der Autor




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