Inhaltsangabe
Queen Victoria: Aus einer jungen Frau wurde eine verantwortungsvolle Königin, als ihr Land sie am dringendsten brauchte.
1865 hat Victoria, Herrscherin eines Reichs, in dem die Sonne nie untergeht, sich vollkommen zurückgezogen – und bringt damit den Fortbestand der Krone in Gefahr. Dabei hat sie in den 28 Jahren seit ihrer Thronbesteigung neun Kinder bekommen, sechs Attentate überlebt und das britische Empire zum größten Imperium der Weltgeschichte mit mehreren hundert Millionen Untertanen ausgebaut. Doch ein schwerer Schicksalsschlag trifft sie, und sie steht an einem Scheideweg: Kann sie auch jetzt wieder die Krone über alles stellen, ihren Schmerz überwinden und zur mächtigsten Herrscherin der Welt werden?
Sie saß 63 Jahre auf dem Thron, überlebte sieben Attentate, bekam neun Kinder und regierte über 400 Millionen Untertanen.
Meine Meinung
Mein Interesse an Romanbiografien wächst mit jedem Buch, das ich lese. Besonders gern mag ich Geschichten über starke und außergewöhnliche Frauen, weil man dabei nicht nur ihre Lebenswege kennenlernt, sondern ganz nebenbei auch viel über die jeweilige Zeit erfährt.
Queen Victoria hat mich schon länger interessiert. Nachdem ich bereits einiges über Elisabeth I., Heinrich VIII. und Maria Stuart gelesen habe, wollte ich nun auch mehr über die englische Geschichte des 19. Jahrhunderts erfahren.
Die Romanbiografie beginnt 1865 mit einer Victoria, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag fast vollständig zurückgezogen hat. Ihr Volk und die Regierung warten auf ihre Rückkehr, doch der Königin fehlt die Kraft. Danach springt die Handlung rund zwanzig Jahre zurück und erzählt von ihrem Leben mit Albert, ihrer Familie und ihrer Rolle als Herrscherin.
Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen Victoria und Albert. Man spürt, dass ihre Ehe von Liebe geprägt war, gleichzeitig aber auch Spannungen mit sich brachte. Victoria war Königin, Albert stand gesellschaftlich unter ihr, eine ungewöhnliche Konstellation für diese Zeit.
Sehr gefallen hat mir wieder, wie viele historische Ereignisse in die Handlung eingeflochten wurden. Die Hungersnot in Irland, die Auswanderungswelle nach Amerika oder die erste Weltausstellung 1851 mit dem berühmten Crystal Palace haben mich dazu gebracht, immer wieder selbst weiterzulesen und Bildmaterial anzuschauen. Genau das ist für mich eine große Stärke von Romanbiografien.
Auch die familiären Verbindungen fand ich faszinierend. Victoria und Albert hatten neun Kinder, die später in verschiedene europäische Herrscherhäuser einheirateten. Irgendwann saß ich selbst über Stammbäumen und versuchte, die ganzen Verbindungen zu sortieren. Als der Knoten endlich geplatzt war, wurde es umso spannender.
Einen ganz persönlichen Bezug hatte ich außerdem zu Sachsen-Coburg und Gotha. Mein Vater stammt aus Gotha, und da wir im nächsten Jahr ein verlängertes Wochenende dort verbringen möchten, habe ich schon eine Liste mit verschiedenen Besitztümern der Herrscherlinie notiert, die ich vielleicht mit diesem Kurzurlaub verbinden könnte. Zum Beispiel das Schloss Friedenstein, direkt in Gotha.
Victoria regierte von 1837 bis 1901, also mehr als 63 Jahre. Nach der Lektüre kann ich nur meinen imaginären Hut vor einer Frau ziehen, die so viele politische Veränderungen, persönliche Verluste und familiäre Herausforderungen erlebt hat und nach der schließlich eine ganze Epoche benannt wurde.
Fazit ★★★★★
"Queen Victoria" hat mir erneut gezeigt, warum ich Romanbiografien so gern lese: Ich bekomme eine persönliche Lebensgeschichte und lerne gleichzeitig unglaublich viel über die damalige Zeit. Besonders die Beziehung zwischen Victoria und Albert, die historischen Hintergründe und die weitreichenden Familienverbindungen haben mich begeistert.
Das Buch hat definitiv meine Neugier auf weitere Geschichten aus dem britischen Königshaus geweckt und auch das nächste Buch der Autorin über Dian Fossey habe ich bereits im Blick.


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