- Titel
- Bittere Reue
- Autorin
- Linda Castillo
- Hördauer
- 9 Std. 41 Min.
- Gelesen von
- Tanja Geke
Inhaltsangabe
Glühende Hitze und eiskalte Morde!
Hochsommer in Painters Mill, Ohio. Die Hitze bringt das Leben in der Kleinstadt fast zum Erliegen, doch die Ruhe findet ein jähes Ende, als drei Kinder die brutal zugerichtete Leiche eines jungen amischen Mannes entdecken. Kaum hat Polizeichefin Kate Burkholder den Toten identifiziert, als einige Kilometer entfernt ein weiteres Mordopfer gefunden wird.
Während der Ermittlungen stößt Kate auf eine Wand aus Schweigen. Niemand aus der amischen Gemeinde ist bereit, mit ihr über die Toten zu sprechen. Bis ein geheimnisvoller Hinweis eingeht, der Kate auf eine neue Spur bringt. Doch je näher sie dem Täter kommt, desto stärker wird ihre Befürchtung, dass die Geheimnisse, die unter der idyllischen Oberfläche von Painters Mill brodeln, ein weiteres Leben fordern werden.
Der 17. Fall der Bestseller-Reihe mit Polizeichefin Kate Burkholder.
Meine Meinung
Painters Mill ächzt in diesem 17. Band unter einer glühenden Sommerhitze und tatsächlich war diese Hitze für mich auch beim Hören spürbar. Linda Castillo schafft es einfach immer wieder, die Atmosphäre ihres kleinen Städtchens so greifbar werden zu lassen, dass ich das Gefühl habe, selbst vor Ort zu sein. Wobei ich gestehen muss: Ich besuche Painters Mill deutlich lieber im Herbst oder Winter. Aber das entspricht wohl auch meiner ganz persönlichen Vorliebe im realen Leben.
17 Bände, das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Kate-Burkholder-Reihe ist inzwischen die längste Reihe, die ich aktiv verfolge, und das soll bei mir wirklich etwas heißen. Eigentlich ist es fast ein bisschen schade, dass ich die Bücher nicht lese, doch für mich gehört Sprecherin Tanja Geke inzwischen so sehr zu dieser Reihe, dass ich ganz bewusst immer wieder zum Hörbuch greife. Sie ist für mich Kate Burkholder. Ohne Tanja Geke wäre es einfach nur die halbe Kate.
Private Einblicke in das Leben von Kate und Tomasetti gibt es dieses Mal eher wenige. Die kleinen Momente, die wir bekommen, haben dafür umso mehr mein Herz erwärmt. Und natürlich sind auch Glock, Skid, Pickles und Mona wieder mit von der Partie. Sie gehören mittlerweile so selbstverständlich zu Painters Mill und zu Kates Team, dass ich sie aus der Reihe gar nicht mehr wegdenken möchte.
Schon der Einstieg in den Fall ist grausam. Eine Leiche zu entdecken ist schlimm genug, wenn es aber Kinder sind, die einen brutal zugerichteten Toten finden, bekommt das Ganze noch einmal eine andere Dimension. Schnell wird klar, dass das Opfer aus der amischen Gemeinschaft stammt. Der junge Mann hatte eine turbulente Rumspringa hinter sich, jene Lebensphase, in der junge Amische vor der endgültigen Entscheidung für Taufe und Gemeindeleben mehr Freiheiten kennenlernen und Erfahrungen außerhalb der strengen Regeln ihrer Gemeinschaft sammeln können. Danach wollte er offenbar zu seinen Wurzeln zurückkehren. Diese Chance wurde ihm genommen.
Wie so oft trifft Kate bei ihren Ermittlungen zunächst auf Schweigen. Der Tote sei ein ordentlicher, netter junger Mann gewesen. Doch wenn das stimmt, wer wollte ihn dann auf so brutale Weise aus dem Leben reißen? Noch während Kate und ihr Team nach Antworten suchen, wird ein zweites Mordopfer gefunden. Ebenfalls schrecklich zugerichtet, ebenfalls mit deutlichen Verbindungen zum ersten Fall. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, mit wem sich die beiden Männer eingelassen haben.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem eine junge Frau, die die amische Gemeinde bereits vor einiger Zeit verlassen hat und heute ein vollkommen anderes Leben führt. Sie schweigt, sie lügt und schließlich flieht sie. Eine Flucht, die nicht ohne Folgen bleibt und die Ermittlungen noch einmal in eine andere Richtung lenkt.
Was genau hinter den Morden steckt und wie alles miteinander zusammenhängt, möchte ich gar nicht genauer ausführen. Das würde für meinen Geschmack schon zu viel vorwegnehmen. Nur so viel: Mit diesem Thema habe ich ausgerechnet in Painters Mill nicht gerechnet. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es in den vorherigen Bänden in dieser Form schon einmal eine größere Rolle gespielt hätte.
Einerseits finde ich es gut, dass Linda Castillo auch nach so vielen Bänden neue Wege geht und ihrer seit Jahren vertrauten Kulisse andere Themen zumutet. Andererseits hatte ich dadurch dieses Mal das Gefühl, ein kleines Stück aus dem beschaulichen Painters Mill herausgezogen zu werden.
Und genau damit hängt auch mein größter Kritikpunkt zusammen: Die amische Gemeinschaft kam mir in diesem Band etwas zu kurz. Gerade sie ist einer der Gründe, weshalb ich diese Reihe so gern verfolge. Mit jedem Band wächst mein Interesse an ihrem Leben, ihren Ansichten, ihren Gewohnheiten und ihrem Alltag. Ich schaue mich beim Hören so gern mit den Ohren in ihren Häusern um und tauche für einige Stunden in diese für mich ganz andere Welt ein. Davon hätte ich in „Bittere Reue“ gern etwas mehr bekommen.
Fazit ★★★★☆
Auch nach 17 Fällen ist Kate Burkholder für mich noch lange nicht auserzählt. „Bittere Reue“ bietet einen grausamen Mordfall, einige überraschende Entwicklungen und erneut das vertraute Gefühl, nach Painters Mill zurückzukehren. Dass die amische Gemeinschaft dieses Mal etwas weniger Raum bekommt und mich das zentrale Thema ein Stück von dem weggeführt hat, was ich an der Reihe besonders liebe, kostet den Band für mich ein wenig.
Langweilig ist die Reihe deshalb aber noch lange nicht. Ich werde Kate, Tomasetti und ihr Team selbstverständlich weiter begleiten und für mich am liebsten weiterhin mit Tanja Geke im Ohr.
Fakten zur Autorin
Die letzten 3 Bände der Reihe
Aschetod (Band 16)
Zum Buch →Zorniges Herz (Band 15)
Zum Buch →Saat der Sünde (Band 14)
Zum Buch →


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