Dienstag, 22. August 2017

[Rezension] Schuld und Menschlichkeit

Titel: Schuld und Menschlichkeit -Justizfälle über Moral und Menschlichkeit |
Autor: Constantin Himmelried | Verlag: Tredition Verlag
Preis: 12,99€ (PB) | Seitenanzahl: 284 Seiten | ISBN: 978-3-7345-9349-9
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Inhaltsangabe
Die Fälle, die hier erzählt werden, beruhen auf wahren Begebenheiten. Sie ermöglichen Ihnen einen tiefen Einblick in die Justizvollzugsanstalten und in das deutsche Rechtssystem. 

Ein Killer feuert in der Öffentlichkeit neun Mal in das Gesicht seines Opfers. Seine Strafe: sechs Jahre Haft.
Ein unscheinbarer Gefangener muss am Tag seiner Freilassung zurück ins Gefängnis und begeht Selbstmord.
Ein Vergewaltiger will seine Tat nicht eingestehen und akzeptiert eine höhere Strafe, die er ohne Bewährung bis zum Schluss absitzt. Dann trifft er einen alten Freund.
Ein Schleuser, der acht Frauen unter lebensgefährlichen Umständen nach Deutschland geschleppt hatte, kommt mit einer Geldstrafe davon.

Aus der Presse entnehmen Sie nur die Schlagzeilen: den Beginn des Prozesses, den Verdacht der Staatsanwaltschaft und am Ende die Verurteilung.
(Quelle: Tredition Verlag)


Meine Meinung

Wie man sich täuschen kann bzw. täuschen lässt


Ob Constantin Himmelried auf diese Wirkung aus war, weiß ich nicht.
Was ich weiß, ist, dass ich diese Aussage aus dem Roman mitnehme.

Ohne die Plattform  wäre ich wohl gar nicht auf dieses Buch aufmerksam geworden, was ich im Nachhinein zutiefst bedauern würde.
Danke, dass es euch gibt.

Der Autor erzählt in einem sehr passenden und klaren Schreibstil von vier wahren Justizfällen. Sowohl der Titel, als auch die 4 Überschriften der Fälle:
Neun Schüsse ins Gesicht
Der Toastdieb
Der Vergewaltiger
Der koreanische Schleuser

Scheinen für mich sehr gut gefällt. Als Leser hat man eine Ahnung wohin es gehen wird. Und dann kommt es ganz anders.

Im Klappentext wird erwähnt, dass man als Leser einen Blick hinter die Geschichte, sozusagen hinter die Kulisse werfen kann.
Wer kennt es nicht, dass man Schlagzeilen zu Geschehnissen direkt in der Zeitung liest oder sie nur nebenbei im Fernsehen oder im Radio mitbekommt und sich sofort eine Meinung bildet. Nachdem zwei, drei Wochen vergangen sind, erfährt man auf gleichem Wege eventuell vom Urteil und der folgenden Strafe für den Täter.
Auch ich bin eine Person, die in vielen Fällen völlig unverständlich mit dem Kopf schüttelt oder mit den Augen rollt. So war es auch bei jedem der vier behandelten  Fälle, jedoch mit einer nie erwarteten Wende.

Egal ob bei dem Fall „Neun Schüsse ins Gesicht“ oder „Der Vergewaltiger“, man erfährt mehr! Nicht nur eine Schlagzeile und ein Urteil, nein! Constantin Himmelried erzählt in kurzen, aber detailreichen Sätzen, das Wie und das Warum. Und vor allem das Warum war für mich vier Mal spannend zu verfolgen.
Dass mich die Fälle so in den Bann ziehen, hätte ich nicht gedacht.
Der Autor regt unheimlich zum Nachdenken an, mich hat er wahrscheinlich sogar ein wenig beschämt, weil ich leider zu den Menschen gehöre, die sich sehr schnell eine Meinung bilden ohne Hintergründe zu hinterfragen.
Bezieht man diesen Punkt auf Justizfälle und deren Darstellung in den verschiedenen Medien, wird uns Menschen dieses WARUM meist vorenthalten. Mir erscheint es, als wollen Zeitungen und Nachrichtensender lediglich eine aufmerksamkeitserregende Überschrift und die schockierenden und wütenden Reaktionen der Menschheit.

Emotional konnte Constantin Himmelried mich mit seinem Debüt vor allem mit „Der Toastdieb“ und „Der koreanische Schleuser“ packen. Die Geschichte hinter diesen beiden Fällen hatte eine besondere Wirkung auf mich.

Nach den gelesenen 284 Seiten konnte der Autor mich sogar mit seinem letzten Fall animieren, weiter zu lesen. Ein gewisses Thema hat mich sehr ergriffen und wollte im Anschluss im Internet recherchiert werden.

Für mich stellte sich nach diesem Buch die große Frage, ob es uns Menschen an Menschlichkeit fehlt, dass wir so vorschnell urteilen oder ob uns einfach gewisse Informationsquellen nicht zugänglich gemacht werden und es daher rührt?

Ein weiterer Punkt, der mich brennend interessiert, ist, wie der Autor selbst an diese Informationen der vier Fälle gelangt ist. Bekannt ist, dass Constantin Himmelried Rechtswissenschaften studiert hat. Hatte er während seines Studiums Kontakt zu diesen Justizfällen oder besteht das Buch aus reiner Recherche.
Für mich gab es im letzten Fall einen Wink, der mir in Erinnerung bleibt, der aber glaub ich nicht die Antwort auf meine Frage ist.


Mein Fazit
Erinnert ihr euch auch an Fälle aus den Medien, dessen Urteile ihr überhaupt nicht nachvollziehen könnt und über die ihr euch sehr schnell eine Meinung über unser Justizsystem bildet? Lest unbedingt dieses Buch!
Gerade so kritischen Menschen, wie ich selbst, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Ebenso Interessierten an wahren Kriminalfällen.
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Der Autor
Constantin Himmelried studierte Rechtswissenschaften. In seinem Debüt Roman "Schuld und Menschlichkeit" erzählt er in fesselnder und emotionaler Form von Justizfällen, die auf wahren Begebenheiten beruhen.
© Tredition Verlag

 Mein herzlichster Dank für die Bereitstellung des Leseexemplares gilt