Samstag, 26. August 2017

[Rezension] Wilde Lupinen | Band 2

Titel: Wilde Lupinen | Autorin: Charlotte Link | Verlag: Weltbild (vergriffen) 
Preis: 8,95€ (TB) | Seitenanzahl: 544 Seiten 
ISBN: 978-3-442-37417-5
Reihe: Band 2/3 der "Sturmzeit- Trilogie"
Kaufen: Hier (Blanvalet- Ausgabe)


Inhaltsangabe
Deutschland 1938. Alle Zeichen stehen auf Sturm, aber Politik kümmert die junge Belle Lombard nur wenig. Ihre ehrgeizigen Pläne gelten einzig den Filmstudios in Berlin. Ihre Mutter Felicia verteidigt indessen rücksichtslos ihre eigenen Interessen. Doch das Chaos macht auch vor der weitverzweigten Familie der beiden Frauen nicht halt …
(Quelle: Blanvalet Verlag)


Meine Meinung

Der Krieg hautnah


Endete der erste Band der Trilogie nach dem Ersten Weltkrieg, setzt Charlotte Link mit Band 2 den Startschuss im Jahre 1938. Ich denke alle wissen, dass einige Jahre ins Land gegangen sind und nun der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kurz bevorsteht. Begleiteten wir in „Sturmzeit“ Felicia auf ihrem Weg, so treffen wir gleich auf den ersten Seiten auf eine andere Frau. Belle Lombard, Felicias erste Tochter. Diese steht kurz davor auf dem Familiengut Lulinn den Schauspieler Max Marty zu ihrem Mann zu nehmen. Am wichtigsten Tag im Leben geht man davon aus, dass die eigene Mutter einem zur Seite steht, aber nach dem ersten Band ist allen Lesern klar, dass Felicia nicht die typische Mutter ist. Wie auch im ersten Band dreht sich Felicias Leben eher um die Arbeit und Geld, als um Nächstenliebe,

Belle, die also in sehr emotionsarmen Verhältnissen aufwuchs, wünscht man ein liebevolles Leben mit ihrem Mann Max. Beide verbindet die Schauspielerei, aber das Leben der beiden und der restlichen Menschheit wird vom Ausbruch des 2. Weltkrieges überschattet. Auch in der Filmbranche ist der Umbruch zu spüren und nach und nach entfernen sich die beiden voneinander. Belle zeigt erste Züge ihrer Mutter auf und verstrickt sich in Geheimnissen.

Das Schicksal der Verfolgten wird im Buch durch verschiedene Charaktere dargestellt. Da wäre Peter Liliencron, Felicias Teilhaber ihrer Fabrik. Er ist Jude, will seine letzte Chance ergreifen und bittet Felicia um Hilfe. Auch das junge Paar Martin Elias und Sara bangen um ihre Zukunft. Dem Schriftsteller Martin wird das Schreiben untersagt und auch Sara bekommt am eigenen Leibe zu spüren, welche Nachteile sich nach und nach für sie auftun. Sara will fliehen, aber Martin schätzt die Gefahr falsch ein und will in seinem Heimatland Deutschland bleiben.

Felicia hält weiterhin den Kontakt zu ihrer großen Liebe Maksim aufrecht. Dieser hat sich einer Untergrundorganisation angeschlossen und kämpft gegen das Hitler-Régime. Aber was wäre Maksim, wenn er in einer brenzlichen Lage nicht Hilfe und Unterstützung bei der starken Felicia suchen würde. Was wären ihren Entscheidungen und Taten um einiges leichter, hätte sich ihre zweite Tochter Susanne nicht gerade einen SS- Mann ins Haus geholt. Felicia versucht alles, die gegebene Situation so gut wie möglich zu managen.

Der Charakter, der mir im ersten Band noch nicht so ans Herz gewachsen ist, konnte mich im zweiten Band total begeistern: Alex Lombard, Felicias erster Mann, mittlerweile Ex-Mann ist wieder da. Meiner Meinung nach ist er die Person, die die Geschehnisse am weitsichtigsten betrachtet. Er kann die Gefahren sehr gut abschätzen und behält Felicia im Auge, denn man spürt, zwischen den beiden ist noch etwas. Etwas Großes, was vor allem Felicia nicht sieht und zu schätzen weiß.

Neben den bereits erwähnten Charakteren erzählt die Autorin viele weitere Geschichten zur Zeit des 2. Weltkrieges. Diese verschiedenen Geschichten und Perspektiven weiß sie auf eine ganz besondere Art mit einander zu verbinden. Sie bleibt häufig sehr sachlich, aber es gibt diese Punkte, da kann man als Leser nicht anders, als ganz tief durchzuatmen und das gelesene erst einmal zu verarbeiten. Sie spielt mit dem Menschsein und den Emotionen eines jeden Lesers, der sich auf dieses Buch einlassen kann.

An Schicksalen, Emotionen, Liebe und Hass hat dieses Werk alles zu bieten.
Charlotte Link erzählt die Geschichte der Familie Degnelly über Generationen.  Band 2 endet im Jahre 1946.


Mein Fazit
Aufgrund der vielen geschichtlichen Aspekte des 2. Weltkrieges, der vielen erzählten Schicksalsschläge eines jeden Charakters im Buch und eines grandiosen Schreibstils, der diese Geschichte zu etwas Besonderem macht, verankert sich dieses Buch im Kopf, wie im Herzen. Ich habe schon viele Bücher, die in dieser Zeit spielen gelesen, aber gerade in diesem zweiten Band merke ich, wie ich mit vielen der Figuren mit fiebere. Für mich war es ein wahres Erlebnis in diese 544 Seiten abzutauchen. Ein Folgeband, der den Auftakt toppen konnte.
Gespannt bin ich nun, wie Band 3 behandelt wird und mit welchen Charakteren es ein Wiedersehen geben wird.
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Die Autorin
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch „Die Betrogene“ und zuletzt „Die Entscheidung“ eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 26 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

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Weitere Bücher der Reihe
(Band 1 rezensiert und Band 3)

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