Montag, 16. Februar 2026

[REZENSION] Sternflüstern | Roman

Titel: Sternflüstern | Autorin: Paula Carlin
Seitenanzahl: 288 Seiten 
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Inhaltsangabe


Die heilende Kraft der Begegnung
"Vor allem nachts, im Mondlicht, über den Schneeflächen siehst du es", hatte Lunis gesagt. "Es ist, als ob du mit deinem Atem auch selbst größer wirst, und ganz leicht. Dabei entsteht ein Knistern, und dann fällt er mit einem leisen Klirren zu Boden. Die Einheimischen nennen das Sternflüstern."

Es ist ein wunderbarer Sommer. Die 56-jährige Künstlerin Irith hadert jedoch mit dem Verlust ihres Freundes Lunis. Sie versucht sich durch ihre Arbeit in einem Hotel abzulenken. Dann taucht plötzlich die junge Sophie bei ihr auf. Sie ist ebenfalls Künstlerin und verkauft ungewöhnliche Bilderrahmen. Die Frauen inspirieren sich gegenseitig und beschließen kurzerhand, gemeinsam an einem Wandmosaik zu arbeiten. Irith hat allerdings noch eine Aufgabe zu erfüllen: Lunis hat ihr ein verschlossenes Päckchen hinterlassen, um es einer Frau namens Alix zu geben. Aber wer ist diese Frau? Und welche Rolle hat sie in seinem Leben gespielt? Die Begegnung der drei Frauen, die durch Lunis schicksalhaft verbunden sind, wird zum Wendepunkt ihrer Leben.

In wundervollen Bildern erzählt die Autorin, wie es sich anfühlt, an einem Scheideweg im Leben zu stehen und wie ein klarer Blick nach innen, aber auch die Begegnung mit anderen Menschen helfen können, sich auf den richtigen Weg zu machen.

(Quelle: Diederichs)

 

Meine Meinung


Alles beginnt und endet mit einem Garten


„Sternflüstern“ von Paula Carlin ist ein Buch, zu dem ich wohl niemals gegriffen hätte. Weder in einer Buchhandlung, noch im eigenen Regal. Ich habe das Buch 2024 zu Weihnachten in einem großen Buchpaket gewonnen und das Schicksal wollte nun, dass es 2026 gelesen wird, denn es landete auf meiner #12für2026 Challengeliste.

Es ist eine leise Erzählung über Abschied, Trauer und Erinnerungen. Im Mittelpunkt steht Irith, die den Tod ihres geliebten Freundes Lunis zu verarbeiten versucht. Sein Fehlen durchzieht das gesamte Buch wie ein stiller Schatten, und doch bleibt er durch kleine Rückblenden immer in Erinnerung und Gedanken.

Besonders schön empfand ich den Einstieg in die Geschichte. Irith stößt bei einem spontanen Spaziergang auf ein zu verkaufendes Haus mit einem verwilderten, fast vergessenen Garten, in dem ihr ein Fuchs begegnet. Dieser Ort wirkt wie ein Zwischenraum – fern vom Alltag, voller Stille, aber auch voller Möglichkeiten. Beim Erkunden des Gartens spürt man Irith's Neugierde und ihren Bezug zur Natur und zu Naturmaterialien.

Ablenkung vom Verlust Lunis' sucht sie zunächst in ihrer Arbeit im Hotel. Dort erhält sie von ihrem Chef eine ungewöhnliche Aufgabe: Im Eingangsbereich soll ein riesiges Wandmosaik entstehen. Ich selbst habe nur wenig Bezug zur Kunst, doch durch Irith – und durch das, was sie von Lunis gelernt hat – verändert sich der Blick darauf. Ein Mosaik ist hier nicht bloß ein Bild aus Glassteinen, sondern ein Geflecht aus Erinnerungen, Geschichten und Bedeutungen.

Im Hotel begegnet sie dann Sophie und erfährt, dass diese in einem kleinen Laden hölzerne Bilderrahmen herstellt. Zwischen den beiden entsteht ein stilles Verständnis, getragen von eigenen Erfahrungen mit Verlust und Trauer. Das gemeinsame Arbeiten am Wandmosaik wird zu mehr als nur einem Projekt – es wird zu einem behutsamen Prozess des Heilens. Und wie, mit welchen Mitteln und Materialien dieses Wandmosaik entsteht, habe ich sehr gern und neugierig verfolgt.

Eine besondere Rolle spielt schließlich Lunis’ letzte Bitte: Irith soll ein Päckchen an eine ihr unbekannte Frau namens Alix übergeben. Als sie Alix findet, entsteht sofort eine spürbare Dynamik zwischen den drei Frauen. Ihre Begegnung wirkt schicksalhaft und zugleich ganz zart. Gemeinsam kehren sie zu jenem Garten zurück, der am Anfang der Geschichte stand – und dort beginnen sich leise Wunder zu entfalten. Denn jede der Frauen hat ihre ganz eigene Verbindung zu Lunis.

Während des Lesens kamen mir besonders die Namen Irith und Alix ungewöhnlich und fast ein wenig entrückt vor, sodass ich ihrer Bedeutung nachgehen wollte. Dabei zeigte sich, dass beide vermutlich sehr bewusst literarisch gewählt wurden: Irith hat hebräische Wurzeln und wird mit „Blume“ oder etwas Zart-Natürlichem verbunden, während Alix als französische Form von Alice auf das altdeutsche „Adelheid“ zurückgeht und „von edlem Wesen“ bedeutet. Diese Bedeutungen spiegeln auf leise Weise die inneren Themen des Romans wider.

Trotz vieler poetischer Momente und schöner Bilder blieb für mich eine gewisse emotionale Distanz. Manche Entwicklungen erschienen vorhersehbar, und nicht jede Szene konnte mich tief erreichen. Dennoch trägt das Buch eine warme, tröstliche Grundstimmung in sich, die lange nachhallt.


Mein Fazit


Ein stiller, atmosphärischer Roman über Verlust, Erinnerung und die heilende Kraft von Begegnungen. Nicht durchgehend bewegend, aber voller sanfter Bilder und leiser Hoffnung. Und er hat mir Kreativität und Kunst etwas näher vor Augen führen können. 
Aber auch nach dem Lesen kann ich sagen, dass mir dieses spezielle Gen fehlt, ich es aber schön beschrieben fand, was die Frauen in diesem Buch aus scheinbarem Müll gemacht haben.

Die Autorin

Paula Carlin ist das Pseudonym der deutschen Spiegel-Bestsellerautorin Patricia Koelle. Sie wurde 1964 in Alabama/USA geboren und lebt seit 1965 in Berlin. Ihre größte Leidenschaft gilt dem Schreiben, in dem sie ihr immerwährendes Staunen über das Leben, die Menschen und unseren sagenhaften Planeten zum Ausdruck bringt.

Weitere Bücher der Autorin


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