Mein Buchblog – mein kleines Zuhause seit 2014
Meinen Buchblog LeseBlick betreibe ich seit 2014. Damals hätte ich niemals gedacht, dass er mich so viele Jahre begleiten würde.
Vor allem hat mir der Blog eines geschenkt: wunderbare Menschen. Über die Jahre ist ein kleiner, aber unglaublich herzlicher Kreis aus Buchbloggerinnen und Buchbloggern entstanden. Viele begleiten mich tatsächlich schon seit den Anfängen. Wir treffen uns immer noch zu Leserunden, gemeinsamen Aktionen oder tauschen uns einfach über Bücher aus. Genau dieses Miteinander ist für mich bis heute das Schönste am Bloggen.
Natürlich hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur die Buchwelt verändert, sondern auch mein eigenes Leben.
Die ist inzwischen ziemlich rar geworden.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die neue Praxis, denn dadurch werde ich hoffentlich bald täglich rund 45 Minuten Fahrzeit sparen.
Gelesen wird trotzdem noch, allerdings fast ausschließlich morgens. Während viele sich noch einmal gemütlich umdrehen, klingelt bei mir der Wecker extra früh, damit ich wenigstens ein bisschen Lesezeit für mich habe.
An zwei Tagen in der Woche bin ich außerdem erst gegen 20 Uhr zu Hause. An den übrigen Tagen warten Familie, Haushalt und Garten. Zeit für aufwendige Blogarbeit bleibt da kaum noch.
Denn LeseBlick gehört einfach zu meinem Leben.
Instagram – funktionieren Fotos überhaupt noch?
Natürlich ist auch LeseBlick auf Instagram vertreten. Dort folgen mir aktuell rund 485 Menschen.
Ich selbst wollte allerdings nie vor der Kamera stehen oder in Videos sprechen und ehrlich gesagt wird sich daran vermutlich auch nichts ändern.
Ein weiterer Eindruck, den ich habe: Besonders gut scheinen heutzutage Accounts zu funktionieren, die ständig Neuerscheinungen vorstellen und gefühlt ein Rezensionsexemplar nach dem nächsten verschlingen.
Über viele Jahre hat sich ein riesiger SuB angesammelt. Mein Mann sagt immer scherzhaft, ich hätte eigentlich genug Bücher bis an mein Lebensende. Wahrscheinlich hat er gar nicht so Unrecht.
Der Vorteil ist: Ich habe den Platz dafür, tausche viele Bücher und kaufe sehr gerne gebraucht. Dadurch lese ich inzwischen überwiegend ältere Bücher. Natürlich sind auch mal Neuerscheinungen dabei, viele höre ich inzwischen aber eher als Hörbuch.
Liegt es vielleicht daran, dass Fotos und Blogbeiträge heute nicht mehr so gut funktionieren? Weil die Bücher, über die ich schreibe, längst keinen Hype mehr auslösen? Weil ich niemanden mehr mit der neuesten Erscheinung neugierig machen kann?
Oder liegt es einfach an den Algorithmen?
Dabei bin ich gar nicht ein eine riesige Reichweite aus.
Denn wenn ich irgendwann 10.000 oder mehr Follower hätte, müsste ich vermutlich meinen Beruf kündigen, in eine kleine Wohnung ziehen, meinen Mann und meine Tochter höchstbietend verkaufen (natürlich nur im übertragenen Sinn 😉) und hätte am Ende nur noch den Druck, ständig neuen Content produzieren zu müssen.
Ich mag es klein.
Ich mag den persönlichen Austausch.
Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass gerade die kleinen Accounts in der heutigen Social-Media-Welt einfach untergehen.
YouTube – wo sind sie alle geblieben?
Dort habe ich mir Inspiration geholt, neue Bücher entdeckt und mich einfach wohlgefühlt.
Woran liegt das?
Ein YouTube-Video dauert meist deutlich länger als ein kurzes Reel auf Instagram oder ein paar Sekunden auf anderen Plattformen.
Vielleicht hat sich einfach unser Medienkonsum verändert.
Facebook – viele Erinnerungen, wenig Zukunft?
Facebook gehört ebenfalls zu den Plattformen, die mich schon sehr lange begleiten.
Was war das für eine schöne Zeit ❤
Sonntags trafen sich viele Leserinnen und Leser online, wir tauschten uns aus, lasen gemeinsam und verbrachten einen entspannten Nachmittag miteinander.
Und irgendwie fehlt mir auch eine moderne Plattform, auf der solche Aktionen genauso gut funktionieren würden.
Bei Instagram kann ich mir so etwas nur schwer vorstellen.
Ganz einfach:
Weil dort über die Jahre so viele Kontakte entstanden sind. Bloggerinnen, Blogger, Leserinnen, Leser und Autorinnen und Autoren – viele dieser Verbindungen möchte ich einfach nicht verlieren.
TikTok – einfach nicht meine Welt
Das ist mir persönlich einfach zu groß.
Zu schnell.
Zu international.
Zu laut.
Natürlich verstehe ich, warum viele dort erfolgreich sind und gerade die Buchwelt mit BookTok enorm gewachsen ist.
Für mich selbst fühlt es sich allerdings einfach nicht passend an.
Und deshalb werde ich dort vermutlich auch nie aktiv werden.
Aktive Blogger – was bedeutet das eigentlich?
Passend zu diesem Thema starten Tanja und Leni aktuell eine neue Aktionsseite rund um aktive Blogger.
Gleichzeitig frage ich mich aber auch:
Wann gilt man eigentlich als aktiv?
Ich würde mich selbst gerne noch als aktive Bloggerin bezeichnen.
Nicht, weil ich täglich Beiträge veröffentliche oder überall kommentiere.
Sondern weil mir mein Blog immer noch wichtig ist.
Ich schaffe es meist noch, meine Rezensionen zu schreiben oder meine Aktion "Der Erste Satz" am Leben zu erhalten.
Was dagegen leider viel zu kurz kommt, ist das Kommentieren auf anderen Blogs.
Nicht, weil ich es nicht möchte.
Sondern weil mir dafür häufig einfach die Zeit fehlt.
Trotzdem freue ich mich sehr auf diese neue Bloggerliste, auch wenn ich die ersten Diskussionen darüber bereits mitbekommen habe, ab wann jemand überhaupt als "aktiver Blogger" gilt.
Vielleicht gibt es darauf auch gar keine allgemeingültige Antwort.
Mein Fazit
Algorithmen bestimmen immer stärker, welche Inhalte gesehen werden. Videos scheinen Fotos zu verdrängen. Neuerscheinungen erzeugen mehr Aufmerksamkeit als ältere Bücher. Gleichzeitig fehlt vielen von uns im Alltag schlicht die Zeit, überall aktiv zu sein.
Und trotzdem glaube ich, dass Buchblogs, kleine Accounts und persönliche Empfehlungen nach wie vor ihren Platz haben.
Vielleicht sind sie nicht mehr die lautesten.
Aber oft sind sie die persönlichsten.
Und genau deshalb möchte ich LeseBlick auch weiterhin erhalten: in meinem Tempo, mit meinen Büchern und mit der Zeit, die mein Leben gerade zulässt.
Denn Lesen soll für mich immer eines bleiben:
Ein Hobby, das Freude macht und kein weiterer Punkt auf einer endlosen To-do-Liste.
Jetzt interessiert mich eure Meinung
Welche Plattformen nutzt ihr heute am liebsten?
Seid ihr zufrieden mit euren Klicks, Kommentaren und dem allgemeinen Austausch?
Und wie steht ihr zur aktuellen Entwicklung der Buchwelt auf Social Media?
Andrea ❤❤❤❤

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