Sonntag, 25. Oktober 2026

[REZENSION] Das Geheimnis von Ashton Place | Band 1 | Kinderbuch


Titel
Das Geheimnis von Ashton Place - Aller Anfang ist wild 
(Band 1 von 5)
Autorin
Maryrose Wood
Seitenanzahl
304 Seiten
Link zum Buch
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Inhaltsangabe

Sie sind alles andere als normal, die drei Wilden von Ashton Place. Sie heulen wie die Wölfe und jagen leidenschaftlich gern Eichhörnchen. Dabei sollen sie schnell lernen, sich zu benehmen – schließlich gibt Lady Ashton bald ein großes Fest!

Miss Penelope Lumley, die zauberhafte Gouvernante der Swanburne Academy, macht sich beherzt an die Arbeit und merkt bald, dass nicht jeder ihre Bemühungen unterstützt...

Meine Meinung

Drei wilde Kinder, eine junge Gouvernante und ein herrschaftliches Anwesen voller Geheimnisse. Mit "Das Geheimnis von Ashton Place – Aller Anfang ist wild" von Maryrose Wood habe ich zu einem Kinderbuch gegriffen, das mich auch als Erwachsene gut unterhalten konnte.

Die Leseempfehlung liegt bei 10 Jahren, weshalb meine Tochter sich noch einige Jahre gedulden muss. Das Cover hat sie allerdings immer wieder neugierig betrachtet, während das Buch auf dem Tisch neben meinem Lesesessel lag.

Worum geht es?

Lord und Lady Ashton sind frisch verheiratet, als Lord Fredrick bei einer Jagd in den Wäldern seines Anwesens drei verwahrloste Kinder entdeckt. Schnell entsteht die Vermutung, dass sie von Wölfen aufgezogen wurden. Kurzerhand nimmt er die Kinder mit nach Ashton Place.

Um ihre Erziehung soll sich die gerade einmal 15-jährige Miss Penelope Lumley kümmern, die ihre Ausbildung am Swanburne-Institut für kluge Mädchen aus armen Verhältnissen gerade erfolgreich abgeschlossen hat.

Doch die Aufgabe ist alles andere als einfach. Die Kinder heulen wie Wölfe, jagen Eichhörnchen und haben von Tischmanieren noch nie etwas gehört. Dabei sollen sie schon bald auf einem großen Fest der feinen Gesellschaft vorgestellt werden.

Miss Penelope Lumley hat mir als Hauptfigur ausgesprochen gut gefallen. Obwohl sie erst 15 Jahre alt ist und gerade ihre erste Anstellung als Gouvernante antritt, überzeugt sie mit ihrer einfühlsamen, aber auch entschlossenen Persönlichkeit. Ihre ehemalige Lehrerin Agatha Swanburne scheint sie bestens auf das Leben vorbereitet zu haben.

Schon Penelopes Ankunft auf Ashton Place verläuft etwas merkwürdig. Lady Constance Ashton scheint sich mehr für ihr neues Leben als wohlhabende Ehefrau, gesellschaftliche Veranstaltungen und ihren guten Ruf zu interessieren als für die drei Kinder. Das erste Gespräch zwischen der Hausherrin und ihrer neuen Gouvernante ist daher alles andere als aufschlussreich. Und dann hört Penelope plötzlich diese seltsamen Geräusche. Ein Heulen?

Auch Lord Frederick Ashton bleibt zunächst eine eigenwillige Figur. Er ist häufiger abwesend als anwesend und hat die drei Kinder offenbar nach dem Motto aufgenommen, dass man behalten darf, was man findet.

Besonders erstaunt war ich darüber, dass Penelope ihre neuen Schützlinge nicht etwa im Haus, sondern im Stall vorfindet. Zwei Jungen von ungefähr zehn und sieben Jahren sowie ein etwa fünfjähriges Mädchen stehen ihr gegenüber. Sie starren, blecken die Zähne und verhalten sich eher wie Tiere als wie Kinder.

Doch Penelope lässt sich davon nicht abschrecken. Sie besteht darauf, dass die Kinder den Stall verlassen, und beginnt damit, ihnen das Leben in der menschlichen Gesellschaft näherzubringen.

Dabei hat es mir besonders gefallen, wie sie versucht, die drei mit Büchern für sich zu gewinnen. Auch die individuellen Namen, die sie ihnen gibt, haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Es war schön, ihre Entwicklung zu verfolgen und zu beobachten, wie Penelope mit viel Geduld, aber auch klaren Regeln an ihre Aufgabe herangeht.

Natürlich wäre es zu einfach, wenn alles so reibungslos verlaufen würde, wie Lady Ashton es sich für ihr großes Fest wünscht. Schließlich lassen sich jahrelange wilde Verhaltensweisen nicht von heute auf morgen ablegen.

Interessant fand ich auch, dass die Kinder zu Lord und Lady Ashton keinerlei wirkliche Bindung aufbauen. Einzig Penelope wird zu ihrer festen Bezugsperson.

Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob mir die Geschichte als Jugendliche genauso gefallen hätte. Vermutlich wäre ich damals hauptsächlich von den drei wilden Kindern fasziniert gewesen und hätte unzählige Fragen zu ihrer Herkunft gestellt. Als Erwachsene betrachtet man Themen wie Erziehung und Verantwortung natürlich aus einem anderen Blickwinkel. Gerade das machte die Geschichte für mich aber interessant.

Den Schreibstil von Maryrose Wood empfand ich als sehr angenehm. Die Geschichte liest sich flüssig, besitzt einen schönen Humor und lässt gleichzeitig noch einige Fragen offen.

Besonders neugierig bin ich auf die tatsächliche Herkunft der Kinder. Dass sie vermutlich von Wölfen aufgezogen wurden, liegt nahe. Aber steckt vielleicht doch noch mehr dahinter?

Fazit  ★★★★☆

"Das Geheimnis von Ashton Place – Aller Anfang ist wild" ist ein humorvoller und unterhaltsamer Reihenauftakt, der mich besonders durch seine ungewöhnlichen Figuren überzeugen konnte.

Penelope ist eine sympathische Hauptfigur, die mit ihrer Klugheit, ihrem Einfühlungsvermögen und ihrem Durchsetzungswillen frischen Wind nach Ashton Place bringt. Auch die drei wilden Kinder sind mir schnell ans Herz gewachsen.

Obwohl sich das Buch an jüngere Leser richtet, hatte ich auch als Erwachsene viel Freude daran. Ich bin gespannt, wie Maryrose Wood die Geschichte über insgesamt fünf Bände weiterentwickelt und welche Geheimnisse rund um die Kinder noch gelüftet werden.

Allerdings dürfte es gar nicht so einfach werden, die weiteren Bände zusammenzusammeln. Die deutschsprachige Reihe stammt aus dem Jahr 2014 und selbst beim großen A sind die Bücher mittlerweile offenbar nur noch gebraucht erhältlich. Trotzdem werde ich mich wohl schon bald auf die Suche nach Band 2 machen.

Fakten zur Autorin

Maryrose Wood wuchs auf Long Island auf. Sie arbeitete viele Jahre als Schauspielerin und Regisseurin und ist als Bühnenautorin für das Theater preisgekrönt. Ihre vielfältigen Theatererfahrungen sind auch in ihren Romanen spürbar – in lebensnah-sympathisch gezeichneten Charakteren und sprühender Situationskomik.
Maryrose Wood lebt mit ihren zwei Kindern, zwei Katzen und einem kleinen Hund in New York.



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