Samstag, 24. Oktober 2026

[REZENSION] Wild | Band 1 | Thriller


Titel
Wild
(Band 1 der Alex Carter-Reihe)
Autorin
Alice Henderson
Seitenanzahl
400 Seiten
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Inhaltsangabe

Allein zwischen den schroffen Gipfeln der Rocky Mountains. Doch die größte Gefahr geht nicht von der Natur aus...

Wildtierbiologin Alex Carter entgeht bei einer öffentlichen Ehrung nur knapp einem Amokläufer: Nur der gezielte Schuss eines Unbekannten rettet ihr das Leben. Verstört von den Ereignissen nimmt sie spontan ein Jobangebot an, das sie in die Wildnis Montanas führt. Dass ihr die Dorfbevölkerung am Fuße der Berge nicht allzu freundlich gesinnt ist, stört sie wenig, doch die Übergriffe auf sie werden immer dreister. Da filmen ihre Nachtsichtkameras einen Verletzten, der durch den Wald irrt - den sie aber nicht wiederfindet. Bald ist klar, dass die Bewohner dieser Wildnis ein grauenhaftes Geheimnis hüten. Aber als Alex das Ausmaß der Verbrechen begreift, ist es bereits zu spät...

Meine Meinung

Ein Thriller, der die spannende Handlung mit Tieren und Natur verbindet? Da bin ich sofort dabei! Genau deshalb hat mich „Wild“ von Alice Henderson angesprochen. Der erste Band der bisher dreiteiligen Alex-Carter-Reihe war ein echter Glücksgriff vom Grabbeltisch. Und wenn ich mir die beiden Folgebände anschaue, bin ich mit dieser Reihe sowas von in meinem Interessengebiet angekommen!

Die Geschichte beginnt in Boston, wo Wildtierbiologin Alex Carter bei einer öffentlichen Ehrung nur knapp einem bewaffneten Angreifer entkommt. Ein unbekannter Schütze rettet ihr offenbar das Leben. Doch wer ist dieser Mann?

Auch privat läuft es für Alex nicht rund. Ihre Beziehung zu Brad liegt auf Eis, und so kommt ihr ein überraschendes Jobangebot gerade recht. Bereits am nächsten Tag reist sie nach Montana, um in den Rocky Mountains Vielfraße zu studieren.

Ihre Unterkunft ist ein altes, verlassenes Ski-Resort mitten in den Bergen, das mich sofort an „Shining“ von Stephen King erinnerte. Weit und breit kaum Nachbarn, kein Handyempfang und der Winter steht vor der Tür. Allein diese Kulisse sorgt schon für eine besondere Atmosphäre.

Besonders interessant fand ich Alex' Forschungsarbeit. Sie installiert Wildkameras und verschiedene Vorrichtungen, um Fellproben und DNA-Nachweise zu sammeln. Es war spannend zu verfolgen, wie solche Studien durchgeführt werden, und gleichzeitig mehr über Vielfraße zu erfahren. Diese kräftigen Einzelgänger gehören zur Familie der Marder, sind hervorragend an kalte Regionen angepasst und durchstreifen riesige Reviere. Gerade deshalb fand ich Alex' Arbeit so faszinierend. Ein Tier, über das ich vorher kaum etwas wusste, bekommt hier seine ganz eigene Bühne.

Doch Alex ist in Montana nicht überall willkommen. Auf einer Fahrt wird sie beinahe von der Straße gedrängt, ein Fremder hinterlässt eine Warnung an ihrem Auto, und auch der örtliche Sheriff begegnet ihr mit wenig Wohlwollen. Als schließlich eine Kamera verschwindet und eine andere einen blutenden Mann im Wald aufzeichnet. Diesmal nimmt selbst der Sheriff ihre Beobachtung ernst und lässt nach dem Mann suchen. Doch die Suche bleibt erfolglos. Keine Spur von dem Verletzten.
Für Alex wird die Situation immer rätselhafter. Und je mehr sie versucht, Antworten zu finden, desto deutlicher wird, dass irgendetwas in diesen Bergen ganz und gar nicht stimmt.

Im Alleingang macht sich Alex erneut auf in die Berge. Auf der Suche nach dem Verletzten macht sie eine Entdeckung, mit der ich niemals gerechnet hätte. Mein erster Gedanke war tatsächlich: Nein, das kann doch nicht sein! Wo driftet die Geschichte jetzt hin? Ich war kurz davor, an der Glaubwürdigkeit des Ganzen zu zweifeln. Doch anstatt mich zu verlieren, zog mich die Autorin immer tiefer in die Handlung hinein. Alice Henderson schafft es, diese überraschende Wendung glaubhaft zu erklären. Spätestens jetzt hatte mich das Buch vollkommen in seinen Bann gezogen.

Was folgt, ist eine actionreiche Hetzjagd durch die winterliche Wildnis. Alex muss sich gegen mehrere Männer behaupten, die ein schreckliches Geheimnis bewahren wollen. Dabei punktet sie immer wieder mit Mut, Intelligenz und Fähigkeiten, die sie ihrer besonderen Erziehung verdankt. Ich habe ordentlich mitgefiebert!

Und dann wäre da noch der unbekannte Schütze aus Boston. Auch er bekommt in zwei Kapiteln seinen Platz. Wir erfahren mehr über seinen Hintergrund, während Alex weiterhin keine Ahnung hat, wer ihr das Leben gerettet hat. Ein interessanter Handlungsfaden, der neugierig auf die Fortsetzung macht.

Fazit  ★★★★★

„Wild“ war für mich eine richtig tolle Überraschung! Die Mischung aus Wildtierforschung, beeindruckender Natur, einem unerwarteten Geheimnis und einer spannenden Hetzjagd hat mich begeistert. Besonders die ungewöhnliche Wendung und die starke Protagonistin Alex Carter werden mir in Erinnerung bleiben.

Ich glaube, dass dieses eher unbekannte Buch noch viele andere Leser überzeugen könnte und die Reihe insgesamt deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Und wie passend, dass der Winter vor der Tür steht und Band zwei den Titel „Eis“ trägt und in der kanadischen Arktis spielt! Darauf freue ich mich jetzt schon.

Eine klare Leseempfehlung und ein Buch, das mir sowohl wegen seiner Optik als auch wegen seines Inhalts in Erinnerung bleiben wird. Manchmal findet man die besten Bücher eben ganz zufällig auf dem Grabbeltisch!


Fakten zur Autorin

Die Idee für die Reihe um Alex Carter kam Alice Henderson bei ihrem Brotjob, den sie mit großer Leidenschaft ausübt: Sie arbeitet als Rangerin in einem Naturreservat, wo sie abgelegene Kameras überprüft, das Auftreten bestimmter Spezies überwacht und Brutgebiete aufzeichnet. Neben Grizzlys, Wölfen, Wildkatzen und gefährdeten Fledermäusen beobachtete sie auch Vielfraß-Populationen.

Weitere Bücher der Reihe

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