Inhaltsangabe
Obwohl es ein aussichtsloses Unterfangen ist, hat sich Jay Gardiner an der Pazifikküste vor Monastery Beach auf die Suche nach den sterblichen Überresten seines Vaters gemacht. Er glaubt, dass es die einzige Möglichkeit ist, seine Schuldgefühle loszuwerden, die er seit dem Selbstmord seines Vaters mit sich herumträgt. Bei einem Tauchgang wird er von den Tentakeln eines Riesenkalmars erfasst, der kurz darauf von einem Pottwal auf der Suche nach Futter angegriffen wird. Gemeinsam landen sie in einem der vier Mägen des riesigen Wals... Jay hat nur eine Stunde Zeit, bevor ihm der Sauerstoff ausgeht - eine Stunde, um seine Dämonen zu besiegen und aus dem Bauch des Wals zu entkommen.
Ein wissenschaftlich exakter Thriller, der in einer absurd unwahrscheinlichen Umgebung spielt. Ein emotionales und wahnsinnig unterhaltsames Abenteuer. Doch der Star des Buches ist eindeutig der Wal - gewaltig, unergründlich und intelligent. Und er ist sich, wie Jay, seiner Sterblichkeit sehr bewusst.
Meine Meinung
Auf „Whalefall“ von Daniel Kraus war ich unheimlich gespannt. Vor allem, weil July von Julybookish so sehr davon geschwärmt hat und mir das Buch sogar hat zukommen lassen. An dieser Stelle könnte ich euch eigentlich schon mein Fazit verraten: Ich muss es nachkaufen. Ich möchte es selbst besitzen. Ich möchte es in meinem Regal stehen haben. Ich entschuldige mich jetzt schon für diese lange Rezension, die ich allerdings geliebt habe zu schreiben.
Mitte Oktober kommt außerdem die Verfilmung zum Buch in die deutschen Kinos und genau deshalb war „Whalefall“ ganz bewusst für meinen September eingeplant. Und wie sollte es anders sein? Natürlich düse ich mal eben 300km nach Dresden, um mir den Film gemeinsam mit July an einem gemeinsamen Wochenende anzusehen.
Vor dem Lesen hatte ich allerdings ein ziemlich eindeutiges Bauchgefühl: Entweder wird dieses Buch ein absolutes Highlight oder ein völliger Flop. Dazwischen gab es in meinem Kopf irgendwie nichts.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 17-jährige Jay Gardiner, der bisher alles andere als ein leichtes Leben hatte. Vor allem die Beziehung zu seinem Vater Mitt hat ihn geprägt. Mitt Gardiner lebte für das Meer und für das Tauchen. Er war das Meer. In seinen Adern floss vermutlich kein Blut, sondern Salzwasser.
Er nahm Jay mit auf unzählige Abenteuer. Auf Boote, unter Wasser und zu erbärmlichen Jobs, mit denen er irgendwie versuchte, sich und seine Familie über Wasser zu halten. Jay hatte dabei selten eine Wahl. Und gleichzeitig spürte er immer wieder, dass er nicht so war, wie sein Vater ihn gern gehabt hätte. Irgendwann wurde sein Vater krank. Zwischen den beiden kam es zum Bruch. Und schließlich starb Mitt Gardiner im Wasser.
Ein Jahr später macht Jay sich auf den Weg zu seinem vielleicht bedeutendsten Abenteuer: Er will nach den sterblichen Überresten seines Vaters tauchen.
Was zunächst wie eine vollkommen unvorstellbare, beinahe absurde Geschichte klingt, hat sich für mich tatsächlich zu einem Lieblingsbuch entwickelt.
Deshalb noch ein wirklicher Tipp von mir: Wenn ihr „Whalefall“ noch lesen möchtet, verzichtet vorher auf den Kinofilm. Eigentlich sogar auf den Trailer. Ich glaube, er nimmt euch zu viel von dem, was dieses Buch euch selbst geben könnte.
Fazit ★★★★★
Mein Fazit lässt sich am Ende vielleicht wirklich nur in vier Worte packen:
Wow. Liebe. Faszination. Angst.
„Whalefall“ bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung für alle, die bereit sind, diese Beklemmung selbst zu erfahren. Für alle, die danach vielleicht ein bisschen anders über das Element Wasser denken werden. Für alle, die Geschichten lieben, die unterhalten und gleichzeitig Wissen vermitteln.
Und für alle, die einmal erleben möchten, wie aus einer scheinbar völlig absurden Ausgangssituation etwas unglaublich Menschliches entstehen kann.
Für mich ist „Whalefall“ jedenfalls nicht einfach nur gelesen und beendet.
Dieses Buch bleibt.


Hallo Andrea,
AntwortenLöschenWow, was für eine Rezension!
Ich dachte schon, dass mir das doch irgendwas sagt und tatsächlich, ich habe Werbung für den Film gesehen und war neugierig ob es das Buch ist.
Ich verstehe was du meinst mit dem Wasser, bzw der Tiefe. Auch alleine die Größe des Wals ist für mich so unglaublich, das finde ich auch unheimlich.
Eine interessante und ungewöhnliche Situation, die mich immer an Pinocchio erinnern wird, das fand ich da schon krass.
Tolle Buchvorstellung!
Liebe Grüße,
Silver
Hi Silver,
Löschendu wirst lachen... Pinocchio gehört nicht zu meinem Steckenpferd und ich habe auf Arbeit immer eine Patientin, die auch sehr viel liest und mit der ich mich immer 5min über Bücher unterhalte. Also ich von "Whalefall" sprach, brachte sie gleich Pinocchio ins Spiel, da muss ich wirklich eine riesen Bildungslücke haben :D
LG Andrea
Liebe Andrea
AntwortenLöschenDas klingt grandios und extrem beklemmend!!! Was für eine tolle, packende, aussagekräftige Rezension, danke dafür. Das Buch habe ich mir direkt auf die Wunschliste gepackt.
Alles Liebe für dich
Livia
Hi Livia,
Löscheneigentlich haben da noch einige andere Bücher gewartet, rezensiert zu werden. Aber ich wusste, wenn ich es nicht gleich nach dem Lesen und dem Wow-Effekt mache, geht mir Gefühl verloren.
Habe die Rezi sehr oft bearbeitet, aber nun hat sie für mich alles drin und nimmt euch eventuellen Lesern nicht allzu viel vorweg. Ich werde den Film zum Buch am WE schauen und bin schon mega gespannt, ob die Atmosphäre beim gucken auch aufkommt.
LG Andrea
Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenDiese Rezension hatte ich mir jetzt schon länger gespeichert - also seit sie aufgeploppt ist :D - und jetzt kam ich endlich dazu. Das Buch ist mir in den letzten Wochen öfter aufgefallen und ich war einfach nur neugierig. Ich hab nicht gewusst worum es geht, wollte nur schauen ob hier ein Buchtipp auf mich wartet ... und joa ^^ Deine Begeisterung steckt an!
Eine wirklich tolle Rezension und man spürt, wie sehr dich diese Geschichte mitgenommen hat!
Den Schreibstil hast du gut beschrieben und ja, viele mögen sowas einfach nicht. Wenn ein Schreibstil aus dem üblichen Raster fällt lehnen das viele direkt ab, umso schöner, dass er dich hier damit so einnehmen konnte.
Die Geschichte klingt äußerst skurril, allein schon der Klappentext O.O Und die Themen die du anschneidest, reizen mich alle! Ich erfahre auch gerne mehr in Büchern, solange es nicht zu speziell wird und ich dann überfordert bin von zu viel Wissen und Wörtern, aber das scheint hier gelungen zu sein.
Vielen Dank auch für den Tipp mit dem Trailer. Den Film hätte ich mir jetzt nicht vorher angeschaut, aber den Trailer schon. Dann lass ich das doch - und wünsch dir ganz viel Spaß mit einer hoffentlich sehr gelungenen Umsetzung im Film!
Liebste Grüße, Aleshanee
Hab noch was vergessen! Weil du geschrieben hast:
LöschenErst gestern habe ich meine Leserschaft gefragt, was ein Buch eigentlich atmosphärisch macht. Nach „Whalefall“ habe ich darauf noch eine weitere Antwort:
Wenn ich beim Lesen beinahe vergesse, dass ich sicher auf meinem Sofa sitze.
Das hat mal ein Autor gesagt, ich weiß leider nicht mehr welcher. Dass ein Buch gut ist, wenn man schon nach 1 - 2 Seiten gar nichts mehr von der Umgebung mitbekommen sondern direkt in der Geschichte steckt :)
Hallo Aleshanee,
Löschenwirklich ein großartiges Buch bzw. Geschichte. Ich glaube wirklich, die trifft um einiges mehr deinen Geschmack, als z.B. "Secret"... zu dem ich gleich nochmal komme.
Zum Thema Atmosphäre, hier hatte ich beim Lesen nicht mehr das Gefühl Sofakontakt zu haben, sondern man hatte das Gefühl, dass man mit Jay beim Abtauchen die Luft anhält (bzw. er hat ja eine Sauerstoffflasche^^) und sich nicht traut nach Luft zu schnappen.
Die Karten sind bestellt. Ich freue mich sehr auf den Kinoabend und werde berichten :)
LG Andrea
Ja, na dann viel Spaß! :) Ich bin jedenfalls absolut neugierig geworden!
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