Dienstag, 16. Februar 2016

[Rezension] Schwarzer Schmetterling

Titel: Schwarzer Schmetterling
Autor: Bernard Minier
Verlag: Knaur Verlag
Preis: 9,99€ (TB)
Seitenanzahl: 688 Seiten
ISBN: 978-3-426-51166-4
Kaufen: HIER
Reihe: Band 1/3 (?) der Martin-Servaz-Reihe


Inhaltsangabe
Eisiger Winter in den französischen Pyrenäen.
Ein abgeschiedenes Dorf.
Eine geschlossene Anstalt.
Ein hochintelligenter Psychopath mit einem teuflischen Plan…
(Quelle: Knaur TB)



Meine Meinung
Der Klappentext gefällt mir echt gut, denn er macht neugierig, verrät aber gleichzeitig nicht zu viel. Im Nachhinein habe ich auch längere Klappentexte gelesen, aber diese verraten mir persönlich schon zu viel.
Einige Überraschungselemente im Buch möchte ich einfach nicht missen.

Positiv finde ich, dass man hier anfangs nur mit zwei Charakteren konfrontiert wird. Zum einen die junge Psychologin Diane Berg, die ihre neue Stelle in einer abgeschiedenen Anstalt in den Pyrenäen antritt und zum anderen den Polizisten Martin Servaz, nach dem auch die Buchreihe benannt ist.
Allein aufgrund des Settings setzte ich anfänglich mein Augenmerk auf Diane und ihren Start in der Psychiatrie. Schnell wurde mir allerdings klar, dass Servaz und die Ermittlungen und die mysteriösen Morden viel mehr im Mittelpunkt stehen. Ich hoffte immer wieder auf eine Wendung, aber irgendwann kam der Punkt, an dem dem Leser klar wird, dass Diane nur eine begleitende Person ist.
Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich viel besser auf den Polizisten einlassen und schnell konnte er mich mit seinen noch recht seltsamen und eigenen Charakterzügen begeistern. Auch seine Denkweisen fand ich grandios, nachvollziehbar und sehr gewitzt.

Neben diesen beiden Charakteren gab es noch weitere, die aber eher eine Nebenrolle spielen. Besonders sympathisch bleibt mir Servazs französische Kollegin Iréne in Erinnerung. Hier hoffe ich, ihr auch im zweiten Band zu begegnen.

Trotz der recht hohen Seitenanzahl für einen Thriller liest sich dieses Buch super flott. Die recht häufigen Wechsel der Sichtweisen erhöhen das Tempo nochmals und irgendwann kann man dieses Buch kaum noch aus der Hand legen.

Der Fall an sich ist unheimlich spannend und eigentlich tappte ich ziemlich lange im Dunkeln, was die Auflösung angeht. Die Verstrickungen um die Morde haben mir sehr gut gefallen, denn der Autor holte zeitweise weit aus und ich war gespannt, wie all diese Details später zu einem großen Ganzen werden sollen.

Wer Thriller mit dem gewissen Etwas suchen, was die Stimmung im Buch betrifft, die sind hier an der richtigen Adresse. Eine geschlossene Anstalt und mysteriöse Morde, die niemand begreifen kann, in einer eingeschneiten Region der Pyrenäen. Eine düstere, beklemmende Stimmung lag fast dem gesamten Buch über beim Lesen auf mir und das finde ich, ist das perfekte Highlight bei einem Thriller.
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Schade finde ich hier lediglich, dass das Buch so vielversprechend mit einer Psychologin in einer ganz besonderen Psychiatrie startet und dieser wirklich interessante Faden, um den berüchtigten Serienmörder auf Station A sich dann nach und nach verliert.
Hätte der Autor diesem Erzählstrang mehr Aufmerksamkeit gewidmet und hätte das Buch aufgrund dessen mehr in der Psychiatrie gespielt, hätte dieses Buch von mir die Bestbewertung bekommen.


Mein Fazit
Trotz des einem Kritikpunktes, der wieder eher persönlicher Natur ist, kann ich für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung aussprechen und ich bin wahnsinnig gespannt, wie es im zweiten Band der Reihe „Kindertotenlied“ weiter gehen wird.
Alle Thriller-Fans lesen!
Weitere Rezensionen zum Buch
(folgen)

Besonderer Charakter
Anfänglich lag mein Interesse bei Diane, weil ich ihren Charakter mit der Anstalt in Verbindung setzte und ich da Großes erwartet habe.
Nach und nach konnte mich allerdings der Ermittler Martin Servaz begeistern.
Mir gefällt, dass sein Charakter noch nicht zu Ende gedacht ist und er mich in den zwei Folgebänden weiter überraschen kann. Ich mochte seinen Instinkt als Ermittler und das Miteinander mit seinen Kollegen.


Der Autor
Bernard Minier, Jahrgang 1960, ist im Südwesten Frankreichs, in den Ausläufern der Pyrenäen, aufgewachsen. Für seine Thriller wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Neben dem Spannungsliteraturpreis Prix Polar de Cognac gewann er unter anderem den Prix polar pourpre sowie den Publikumsleserpreis der Zeitschrift Elle. Monatelang standen „Schwarzer Schmetterling“ und „Kindertotenlied“ in Frankreich auf der Bestsellerliste. Auch in Deutschland hat Bernard Minier erfolgreich den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Paris.
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Weitere Bücher des Autors
                                               (Band 2)               (Band 3/ erscheint am 01.08.2016)