Dienstag, 23. Januar 2024

[REZENSION] Das Böse kommt auf leisen Sohlen | Roman

Titel: Das Böse kommt auf leisen Sohlen | Autor: Ray Bradbury
Verlag: Diogenes Verlag | Seitenanzahl: 272 Seiten 
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Inhaltsangabe


Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois und schlägt seine Zelte auf. William "Bill" Halloway und James "Jim" Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als Erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist. Sie entdecken das dunkle Geheimnis eines Karussells, das auf zerstörerische Weise in das Leben der Fahrgäste eingreift. Ihre Entdeckung bleibt nicht unbemerkt: Auf leisen Sohlen, aber unerbittlich werden die Jungen vom Bösen verfolgt und in die Enge getrieben.
(Quelle: Diogenes)


Meine Meinung


Es sollte ein Bombenstart ins neue Lesejahr werden


Das erste Buch im neuen Jahr soll immer etwas besonderes sein, oder?
Daher passte es unheimlich gut, dass ich mich gleich zum ersten Tag des Jahres mit Nicole verabredet hatte, dieses Buch anzugehen. Zu Halloween haben wir im vergangenen Jahr das gleichnamige Buch "Halloween" von Ray Bradbury gelesen und daraufhin waren wir doch angetan vom Schreibstil des Autors. Und dann fiel die Wahl nach mehreren Empfehlungen auf dieses Werk des Autors.

Die Nachbarsjungen Will und Jim hören eines Nachts seltsame Geräusche. Als sie an ihr jeweiliges Zimmerfenster treten, sehen sie, wie ein Zirkus in die Stadt einkehrt. 
Wie wohl alle Kinder in ihrem Alter, sind sie hellauf begeistert und gespannt, was dieser Zirkus zu bieten hat. An dieser Stelle kann man schon sagen, dass sie diese Neugierde noch bereuen werden.

Neben den zwei Jungs rücken auch nach und nach verschiedene Menschen aus dem Zirkus in den Personenkreis des Buches, darunter zum Beispiel die Besitzer Mr. Cooger und Mr. Dark. Des Weiteren kommen Artisten, wie Mr. Elektriko, Mademoiselle Tarot und die Staubhexe ins Spiel. An sich alles gruselige Gestalten, die perfekt zu einem merkwürdigen Zirkus passen. Allerdings kam für mich hier absolut keine authentische Zirkusatmosphäre auf. Trotz des sehr feingliedrigen und beinahe poetischen Schreibstils des Autoren, fehlte mir hier einfach etwas. Als die beiden Jungs dann mit angesehen haben, welch mysteriöses Karussell der Zirkus zu bieten hat, wissen sie mit Gewissheit, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt.

"Ein Jucken spür' ich, ganz verstohlen, 
Das Böse kommt auf leisen Sohlen."
(S. 177)

Durch ihre heimliche Beobachtung machen sich Will und Jim die Zirkusbesitzer und deren Angestellten zum Feind. Es beginnt eine Verfolgungsjagd, bei der ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wieso diese stattfindet und mit welchem Ausgang "den Männern des Herbstes" geholfen wäre.

"Die Spinnwebe hört sie, zittert - zerreißt. Das sind die Männer des Herbstes. Nehmt euch vor ihnen in acht..." (S. 182)

Eine weitere Figur, die in der Geschichte einen größeren Part einnimmt, ist Will's Vater Charles Halloway. Er ist Hausmeister in der ortsansässigen Bibliothek und man spürt beim Lesen, dass er mehr über den Zirkus und seine Machenschaften weiß. So richtig greifbar war er mir aber über das gesamte Buch nicht. 

Im zweiten Teil des Buches kam durch die Verfolgungsjagd der beiden Jungs doch noch ein wenig Spannung auf, aber so richtig konnte mich die Geschichte von Anfang bis zum Ende nicht wirklich überzeugen. Ich möchte sogar behaupten, dass ich einige Dinge wahrscheinlich gar nicht richtig verstanden bzw. gedeutet habe.

Dennoch verstehe ich, dass andere Leser dieses Buch wirklich gut fanden.
Es hat ja auch viele Punkte, die ein gutes Buch brauch. Zwei Jungs, die auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer sind, ein einkehrender Zirkus mit seltsamen Gestalten und mysteriösen Karussells. Dennoch mochte ich die Umsetzung nicht und es kam bei mir einfach keinerlei böse Atmosphäre auf.


Fazit

Ein Werk, welches eine interessante Grundidee hat. Ich muss allerdings gestehen, dass ich den tieferen Sinn dieser Geschichte nicht ganz verstanden habe und das Böse bzw. die Männer des Herbstes mich leider nicht so abholen konnten, wie sie es eigentlich sollten.
Den Stil des Autors mochte ich bei seinem Werk "Halloween" recht gern, aber hier habe ich einfach des Öfteren beim Lesen den Faden verloren.
Weitere Meinungen zum Buch

Der Autor

Ray Bradbury, geboren 1920 in Waukegan (Illinois), wurde gleich mit seinem ersten Roman ›Fahrenheit 451‹, den François Truffaut verfilmte, berühmt. Bekannt für seine Science-Fiction schrieb Bradbury auch Kinderbücher, Gedichte und Drehbücher wie jenes zu ›Moby Dick‹ von John Huston. Ray Bradbury starb 2012 in Los Angeles.
© V. Tony Hauser

Weitere Bücher des Autors
Ein wenig neugierig bin ich ja tatsächlich auf "Der illustrierte Mann", einfach weil dieser auch in oben genanntem Buch eine Rolle spielt.

5 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Ich hatte schon gesehen, dass euch die Geschichte nicht so wirklich begeistern konnte - sehr schade! Ich mochte das Buch echt gerne und hab sehr viel von der Atmosphäre spüren können und hab mit den Jungs mitgefiebert.
    Wollt ihr denn noch was anderes von Bradbury ausprobieren?

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Liebes,
      es ist, wie es ist. Sowas muss auch mal sein und schreckt mich von diesem Autor nicht ab. "Der illustrierte Mann" hier wäre ich echt neugierig, ob es unser Zirkusmann ist und "Der Tod ist ein einsames Geschäft" klingt auch gut. Nur "Fahrenheit 451" reizt mich so gar nicht. Das sieht man ja öfters.

      Hast du eins im Sinn?
      Liebe Grüße,
      Andrea

      P.S. ich werfe jetzt den Staubsauger an, Kopfhörer auf und ab in unser LR-Buch.

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    2. Mich reizen tatsächlich alle drei :)
      Fahrenheit war das erste überhaupt, von dem ich im Zusammenhang mit ihm gehört habe und irgendwie möchte ich es schon gerne lesen. Aber auch die anderen beiden. Was zuerst, da lasse ich mich überraschen, was mir in die Hände fällt ^^

      Ich lese grade auch noch mit Waringham weiter - muss dann bald in die Arbeit und wollte noch ein bisschen Zeit dafür nutzen :D

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    3. Ich warte mal ab, bis Nicole ihre Rezi getippt hat und horche da dann mal an, wonach ihr ist. Zuhause habe ich aktuell noch kein weiteres vom Autor. Aber das Jahr ist lang^^ bzw. fängt gerade erst an.

      Dann lies noch schön. Bin jetzt nach Abschnitt 2 auch so richtig angekommen^^
      Und dann arbeite nachher schön.

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  2. Hallo Andrea,

    wieder eine tolle Rezension! Und so schade, dass es uns nicht packen konnte. Denn die Geschichte an sich fand ich wirklich gut.

    Übrigens, "Fahrenheit 451" habe ich schon zweimal gelesen. Es war bei uns Schullektüre und hat mir damals nicht gefallen. Beim zweiten Mal war es leider auch nicht besser. Mich hat sein Stil eine Geschichte zu erzählen nicht überzeugt.

    Liebe Grüße
    Nicole

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