Montag, 7. Juli 2014

Rezension "Ungeheuer"

Titel: Ungeheuer
Autor: Claudia Puhlfürst
Seitenanzahl: 352
Verlag: Blanvalet
Preis: 8,95€
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Inhaltsangabe
Immer wieder quälen grausame Albträume die junge Journalistin Lara Birkenfeld. Bruchstückhafte Szenen, in denen sie von einem perversen Täter nachts durch den Wald gehetzt wird und die ihr das Blut in den Adern gefrieren lassen. Dann stößt sie in der Redaktion auf einen Fall, der ihre diffusen Ahnungen in ein völlig neues Licht rückt. Und es soll nicht der einzige Mord dieser Art bleiben – die Opfer sind alle weiblich, jung, blond. Gemeinsam mit dem befreundeten Psychologen Mark Grünthal versucht Lara die Spur des Serienmörders aufzunehmen. Bis ihre erschreckenden Visionen beinahe Realität für sie werden…


Gleich zu Beginn bekommt der Leser das Vorgehen und die Leidenschaft des Mörders vorgestellt. Er nennt sich Doctor Nex. Abgeleitet vom lateinischen necis, was so viel bedeutet wie Tod oder Mord. Nex liebt es zu jagen, seine Opfer dabei zu beobachten, wie sie in Panik vor ihm weglaufen. Ein weiteres Motiv ist das Erschaffen eines Kunstwerkes, welches aus den verschiedensten Organen eines Menschen bestehen soll. Manchmal bezeichnet er sich als Bruder des Serienmörders Ed Gein, dann wieder sagt er Ed Gein kann sich mit ihm nicht messen und das er im Gegenteil zu Gein kein „hirnloser Serienmörder“, sondern ein „wahrer Künstler“ ist.

 Optik
Beim Kauf ist mir dieses Buch sofort ins Auge gestochen. Geziert wird das Cover von rot-orangenem Herbstlaub und ich als Herbstfan liebe diese Farbkombination. Des Weiteren erkennt man auf dem Cover bereits eindeutig das Beuteschema des beschriebenen Serienmörders: blonde Frauen.


Meine Bewertung
Ziemlich unspektakulär fand ich, dass man gleich in den ersten Kapiteln einen Einblick in die Denk- und Handlungsweisen des Mörders bekommt. Der Leser kennt also sofort seine Motive und ich als Rätselraterin war gleich ein wenig geknickt.

Der Pluspunkt des Buches ist die Geschichte, dass Doctor Nex in die Fußstapfen von dem bekannten Serienmörder Ed Gein getreten ist. Ich als bekennender Serienmörder-Junkie war begeistert. Der Fall Ed Gein wurde für Leser, denen dieser Herr nichts sagt, noch einmal mit wahrheitsgetreuen Fakten dargestellt.

Ein Minuspunkt muss ich dem Buch zusprechen, weil mir die Geschichte um Doctor Nex zu kurz dargestellt war. Zwar wurde seine schlechte Kindheit erzählt, jedoch konnte ich bis zur letzten Seite nicht erlesen, welchen Beruf er nachgegangen ist bzw. woher er seine anatomischen und chirurgischen Vorkenntnisse hatte und warum er im Verlauf der Handlung immer wieder lateinisch gesprochen hat.

Das Kunstwerk welches Doctor Nex zu schaffen versuchte, konnte ich mir bis zum Schluss trotz großartiger vorhandener Fantasie nicht in meine Vorstellungen rufen. Ein Kunstwerk zusammengewürfelt aus den verschiedensten Körperorganen? Seltsam…

Ich, die am Ende eines Buches immer auf den „Wow-Effekt“ wartet, wurde diesmal enttäuscht. Sowohl Nervenkitzel, blutige Szenen oder Happyend blieben aus. Vergeblich habe ich nach der letzten Seite nach den „wirklichen letzten Seiten“ gesucht.

Fazit
Wer einen Thriller lesen möchte mit wenig Anspruch, sollte dieses Buch in die Hand nehmen. Zwar war der Gedanke, einen Nachahmer einer der bekanntesten Serienmörder der USA zu erschaffen gut, jedoch hätte die Autorin aus der Idee viel mehr herausholen können. Aufgrund meiner Leidenschaft für die Extrem-Reihe vom Festa-Verlag bin ich eindeutig zu stark abgehärtet und erwarte mehr von einem Thriller.


Das Buch bekommt 2 von 5 Sternen.