Freitag, 4. Juli 2014

Rezension "Zerbrechlich"

Titel: Zerbrechlich
Autor: Jodi Picoult
Seitenanzahl: 624
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 9,99€
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Inhaltsangabe
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung kämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren wurden…

Wieder einmal beschreibt Jodi Picoult das Leben einer Mutter, diesmal ist es Charlotte. Charlotte hat eine Tochter namens Amelia aus einer vorhergehenden Beziehung. Jedoch wünscht sie sich nichts Sehnlicheres als noch ein Kind mit ihrem neuen Partner Sean zu bekommen. Als sie endlich schwanger ist, wird bei dem Ungeborenen Fötus die Erkrankung Osteogenesis imperfecta, kurz OI oder auch Glasknochenkrankheit festgestellt. Die beiden entscheiden sich für das Kind.

Jedoch wird ihnen im Laufe der Jahre klar, dass die Behandlungen, Therapien und alles was dazu gehört sie in einen finanziellen Ruin bringt. Charlotte beschließt die Gynäkologin, welche sie damals betreut hat, zu verklagen. Die beiden hatten jedoch noch eine andere Beziehung zu einander und durch diese Klage ist nichts mehr, wie es war.

Ab dem Zeitpunkt als die Klage auch die Öffentlichkeit erreicht, ist gar nichts mehr wie es war: hält die Ehe diese Klage stand? Wieso fühlt sich Amelia so allein und wie wird sie mit ihrer Einsamkeit, von der Familie ausgeschlossen, umgehen? Kann Charlotte den Kampf für ihre Tochter vor Gericht für sich entscheiden??

 Optik
Das Cover verbirgt etwas Trauriges. Eine Frau in einem weißen Gewand wendet dem Leser den Rücken zu. Sie steht in einem verlassenen Getreidefeld, den Blick auf die dunklen Wolken am Himmel gerichtet und wartet auf den Sonnenschein, welchen die Wolken noch verbergen.


Meine Bewertung
Was ich wirklich toll fand, war, dass jedes Kapitel sich um einen der Charaktere drehte, das heißt
in jedem Kapitel spricht eine andere Person zu der erkrankten Willow. Willow selbst ist nur ein Kapitel am Ende gewidmet, in dem sie zu ihrer Familie spricht. Dieser Schreibstil hat mir sehr gefallen. So hatte man einen perfekten Einblick in den jeweiligen Charakter, seine Gefühlswelt und seinem Handeln in dieser prekären Situation.

Als es in den ersten Kapitel um die sehnlichst gewünschte Schwangerschaft und die erschreckende Diagnose kurze Zeit später, versuchte ich mich das erste Mal in die Situation von Charlotte hinein zu versetzen. Wie hätte ich in dieser Situation reagiert, dass mein Kind an einer schweren Krankheit leidet und bereits im Mutterleib die ersten Knochenbrüche erlitten hat. Sobald jedoch ein anderes Kapitel begann, hatte man als Leser einen anderen Charakter vor sich und andere Probleme, mit denen man sich auseinandersetze.

Vor allem die Gefühlswelt von Charlotte, der Mutter und Amelia, Willows großer Schwester haben mich sehr mitgenommen. Sie wollte beide das Gleiche, die erkrankte Willow beschützen, jedoch entfernten sich die beiden zunehmend immer mehr voneinander, so dass Amelia in einen immer tieferen Abgrund fällt.

Spannend fand ich auch das Thema, ob so eine Klage eine Ehe überstehen kann, wenn beide Partner eine unterschiedliche Meinung vertreten. Sehr ausführlich wurde diese Problematik von der Autorin dargestellt. 

Da die Kapitel am Anfang sehr lang waren, dachte ich das Buch würde lange auf meinem Nachtschrank liegen, aber weit gefehlt. Nach der sehr schleppend beschriebenen Gerichtsverhandlung zur Mitte des Buches, verschlingt man die letzten, sehr kurz gestalteten Kapitel nur noch.

 Das Ende hat mich wieder, wie immer bei den Büchern von Jodi Picoult, total umgehauen. 
Aber lest selbst.

Fazit
Zum Schluss stellte sich mir vor allem die Frage: welche Art von Schmerz ist schlimmer, der körperliche Schmerz von Willow oder der seelische Schmerz von Charlotte?
Diese Frage muss meiner Meinung nach jeder Leser selbst entscheiden. Wer sich für das Krankheitsbild Osteogenesis imperfecta interessiert, bekommt in diesem Buch einen wunderbaren Einblick in eine Familie, die das Beste aus dem Leben der erkrankten Willow machen möchte.


Das Buch bekommt 3,5 von 5 Sternen.