Dienstag, 6. Dezember 2016

[Rezension] 400 Tage der Erniedrigung

Titel: 400 Tage der Erniedrigung | Autor: Wrath James White | Verlag: FESTA Verlag 
Preis: 13,95€ (PB) | Seitenanzahl: 272 Seiten 
ISBN: 978-3-86552-518-5 | Leseprobe: Hier
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Horror & Thriller - Band 107


Inhaltsangabe
Natasha hat den Mann ihrer Träume gefunden.
Kenyatta führt Natasha in völlig neue Welten der sexuellen Lust und er gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit, das sie nie zuvor erlebt hat. Natasha würde alles tun, um ihm zu gefallen.
Aber Kenyatta, dessen Vorfahren aus Afrika stammen, glaubt nicht an eine gemeinsame Zukunft mit einer Weißen. Dennoch fordert er Natasha zu einem Wagnis heraus: Damit sie ihn und sein schwarzes Erbe wirklich versteht, soll Natasha sich ihm ausliefern. Bedingungslos. Sie muss für 400 Tage seine Sklavin sein!
Natasha ahnt nicht, zu was Kenyatta fähig ist…
(Quelle: FESTA Verlag)


Meine Meinung

Wie weit würdet ihr für die Liebe gehen?


Wie das manchmal bei Büchernerds so ist, musste ich dieses Buch aus zwei Gründen haben, ohne den Klappentext zu kennen. Zum einen weil Wrath James White drauf steht und weil das Cover mich anspricht.
Als ich das Buch dann in meinen Händen hielt und über die Thematik Slave stieß, war ich doch ein wenig überrascht. Aber nun gut, Kenyatta sollte zeigen, was er drauf hat.

Natasha ist für mich eine Art Frau, die in solch einen Sog hineingeraten kann. Mit ihren paar Pfunden zu viel, entspricht sie nicht dem typischen Männerideal. Umso erstaunter war sie, als der große, muskelbepackte, schwarze Mann auf sie zu kam und begann mit ihr zu flirten. Schnell fand sie sich in einer heißen Diskussion wieder, in der es um den Rassenunterschied ging. Wrath James White schaffte es bereits an dieser Stelle im Buch dem Leser aufzuzeigen, welche Meinung Kenyatta vertritt und das er, wenn es um die Geschichte seiner Vorfahren geht, keine andere Meinung zulässt.
Was macht Natasha?
Sich verlieben, was sonst. Für mich ist das im Buch beschriebene allerdings eher Besessenheit bis hin zu Abhängigkeit.
Männer wie Kenyatta sehen es auf solche Frauen ab. Frauen, die folgen. Frauen, die gehorchen. Frauen, die für ein wenig Aufmerksamkeit einfach alles tun.

Um Natasha zu zeigen, wie seine Vorfahren gelitten haben, soll sie ihre Liebe unter Beweis stellen, in dem sie für 400 Tage in das Leben einer Sklavin wechselt.
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Für manche Frauen unvorstellbar, als Natasha in dem Zusammenhang von Erniedrigung und Folter jedoch auch Lust beschert wird, fängt sie an es zu akzeptieren. Einziger Ausweg: das Safeword!
Welches sie jedoch niemals gegenüber Kenyatta aussprechen würde.

Das Buch ist als SM-Thriller ausgeschrieben. Ich war hier vorrangig auf dem SM und weniger auf den Teil Thriller gespannt. Ich denke jeder von uns hat so seine eigenen SM-Vorstellungen und findet vielleicht auch einen kleinen Reiz daran.
Aber Wrath James White wäre nicht Wrath James White, wenn er unsere Vorstellung von SM in den Schatten stellt. Zu Kenyatta’s einzelnen Ideen möchte ich nichts vorweg nehmen, aber so viel sei verraten, dass Natasha die Geschichte der Sklaverei durchleben muss.
Auf der Verlagsseite wird dieses Buch auch als sozialkritisch bezeichnet. Anfänglich waren mir Kenyattas Diskussionen mit der weißen Natasha etwas zu ausschweifend, mit der Geschichte war es für mich allerdings eine Bereicherung. Geschichtlich kann man aus diesem Buch als kleinen Nebeneffekt einiges mitnehmen.
 
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Im Buch trifft man auf typische Inhalte der SM-Gesellschaft, aber White geht auch deutlich drüber hinaus. Natasha wird nicht nur erniedrigt und bestraft, nein, für mich wird sie stellenweise wie ein unwertes Leben behandelt. Aber als Festa-Leser erwarten wir wohl solche Aspekte.
Wer zu dem auf viel Sex in diesem Buch hofft, darf sich freuen. Hier ist von jedem etwas dabei und ich fand den Anteil sehr ansprechend.

Zur Hälfte des Buches stand für mich fest, dass der Ausgang entscheidet, wie es mir im Gesamten gefallen wird. Und bei Herrn White wurde ich bis jetzt selten enttäuscht. Auch hier erschafft er für mich ein gelungenes Ende, mit dem die Geschichte für mich rund wird und mit einer bedeutenden Message an alle Frauen da draußen.
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Kleiner Kritikpunkt sind Kenyattas zu lang gestaltete Ausschweifungen, wenn es um das Thema Sklaven geht. Zum Ende hin hat der Autor dieses Thema besser in den Kontext eingebracht, so dass es nicht gestört hat, sondern bereichernd war.
Und den zwischenzeitlichen Einwurf von Polizei und Krankenhaus hätte das Buch nicht gebraucht.


Mein Fazit
Wenn ihr offen für die Thematik Sex seid, dann taucht ein in die Welt von Kenyatta und testet aus, wie weit ihr gehen würdet. Ich für meinen Teil bin ab einen gewissen Abschnitt an meine Grenzen gekommen, aber ein Mann wie Kenyatta hätte bei mir auch nichts zu melden.
Alle Wrath James White Fans sollten dieses Buch unbedingt lesen.
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Erwähnenswerte Zitate
„Ich sah ihn mit aller Abneigung an, die ich aufbringen konnte. Ich war wütend, und ich wollte, dass er das wusste, doch er würde ebenfalls wissen, dass ich ihn nicht hasste. Meine Liebe war so viel stärker als jede Wut, die ich ihm gegenüber empfand (S. 253)

An dieser Stelle möchte ich Herrn White auch noch für eine Erweiterung meines Abkürzungswortschatzes danken:
FOPA – Fettes-Oberes-Pussy-Areal


Der Autor
Wrath James White ist ein ehemaliger Kickboxer (World Class Heavyweight) und Trainer für unterschiedlicher Kampftechniken. Er lebt mit seiner Frau in Austin, Texas. Wrath hat drei Kinder: Isis, Nala und Sultan.
Wrath (Zorn) schrieb mehrere Romane, die zu den brutalsten und erschütterndsten zählen, die jemals in Amerika erschienen.
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