Dienstag, 19. Januar 2016

[Rezension] Der Valentinsmörder

Titel: Der Valentinsmörder
Autor: Alastair Gunn
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 9,99€ (TB)/ 8,99 (E-Book)
Seitenanzahl: 448 Seiten
ISBN: 978-3-641-17340-1
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Reihe? Band 2 der "Antonia Hawkins Reihe"

Inhaltsangabe
DCI Antonia Hawkins ist nur knapp einem Serienmörder entkommen und leidet unter schweren körperlichen und seelischen Verletzungen. Doch für Erholung ist keine Zeit, denn kaum ist sie wieder zurück im Londoner Kommissariat, erreicht sie eine schockierende Nachricht: Eine junge Frau wurde am Valentinstag mit einem Hammer erschlagen. Die Tote, Samantha Philips, war gerade aus dem Gefängnis entlassen worden – sie hatte den Mann erstochen, der sie vor einiger Zeit vergewaltigt hatte. Antonia muss alles daran setzen, den Valentinsmörder zu finden, denn schon bald taucht ein zweites Opfer auf...
(Quelle: Goldmann Verlag)


Meine Meinung
Der 2. Band einer Reihe
„Der Adventkiller“ war im letzten Jahr der erste Band der Reihe und ich war unheimlich gespannt. Leider hat Band 1 nicht meine Erwartung umsetzen können, was vor allem an der Protagonistin gelegen hat.
Weil sich so ein Charakter allerdings entwickeln kann, habe ich nun zum zweiten Band der Reihe gegriffen.

Der Anfang ist nochmal eine kurze Rückblende auf Band 1, was ich hier super gut fand, denn gerade das Ende des „Adventkillers“ war mich nicht mehr gut in Erinnerung. Und dann habe ich schnell gemerkt, dass dieser Band anders ist, als sein Vorgänger, natürlich vor allem in Hinsicht auf Antonia Hawkins.
Nachdem sie in Band 1 durch Nervosität, Unsicherheit, Unselbständigkeit und so weiter nicht geglänzt hat, hatte ich hier eine andere Antonia vor Augen.
Geschwächt durch eine Verletzung sucht sie ihren Weg zurück in ihrem Job. Als Leser lernt man sie ein wenig mehr kennen und auch mögen und verstehen.
Wo sie früher bei Überlegungen und Nervosität zur Zigarette gegriffen hat, wird heute gehandelt. Ein absoluter Pluspunkt und eine Steigerung.

Der Schreibstil war sehr angenehm und gut lesbar. Auch die Kapiteleinteilung war sehr gut gewählt. Des Weiteren gibt es im zweiten Band einen Blickwechsel, das heißt zwei Erzählstränge. Zum einen über Antonia und den Fall und dann gibt es noch einen Part von Bull, abgehoben in kursiver Schrift.
Wer Bull ist und seine Geschichte, war für mich anfänglich total verwirrend, aber hier spart sich der Autor die Aufklärung wirklich bis zum Schluss auf.

Nachdem das Buch ein wenig brauchte, bis es in Fahrt kam und dann zwischenzeitlich immer mal wieder ins Stoppen kam, als Antonia Zukunftsängste äußerte, war das letzte Drittel einfach toll. Die Spannung nahm unheimlich zu und man war gespannt, wie es nun ausgeht. Die Idee im Gesamten und auch das Ende waren super und treten mit einigen interessanten Szenen auf.
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Die Verbindung zwischen den beiden Erzählsträngen hätte meiner Meinung nach noch ein wenig intensiver sein können bzw. müssen. Da der kursiv geschriebene Strang meist völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist, reißt es den Leser immer wieder ein wenig aus der Geschichte heraus.

Zudem hätte ich der ersten Hälfte des Buches einfach mehr passieren müssen. Es plätschert alles so vor sich hin. Man lernt zwar Antonia besser kennen, aber der Fall geriet zu sehr in den Hintergrund, weil ihre wankende führende Stelle bei der Polizei gefährdet war und dieser Gedanke immer wieder aufgegriffen wurde.

Und auch die Wahl des Titels „Der Valentinsmörder“ hat sich im Verlauf des Buches total verloren. Schade.


Mein Fazit
Der zweite Band der Antonia Hawkins Reihe gefiel mir besser als Band 1.
London als Setting gefällt mir wieder sehr gut. Allerdings war mir hier zwischenzeitlich das Leben von Antonia zu stark im Vordergrund und der Fall kam mir eindeutig zu kurz.
In dieser Reihe gab es auf jeden Fall eine Steigerung mit dem zweiten Band.
Ob der Autor in Band 3 nochmal einen draufsetzen wird?
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(folgen)

Besonderer Charakter
Gegen Ende wurde es tatsächlich Antonia. In Band 1 war sie mir ja ein Dorn im Auge aufgrund ihrer Unsicherheit und Angst. In Band 2 fällt dieses Weg, sie ist zwar immer noch etwas gehandicapt, aber damit kann man leben. Im letzten Drittel kommen Charakterzüge durch, die mir echt gefallen haben. Vor allem hat die Ermittlerin hier mal nicht die Opferrolle am Ende.


Der Autor
Alastair Gunn ist Journalist, er schreibt für Zeitschriften und Magazine. Mit "Der Adventkiller" begann seine Serie um DCI Antonia Hawkins. Gunn lebt mit seiner Verlobten Anna in Hertfordshire.
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