Samstag, 9. Mai 2015

Rezension "Bittersweet"

Titel: Bittersweet
Autorin: Miranda Beverly-Whittemore
Verlag: Suhrkamp/ Insel Verlag
Preis: 14,99€ (TB)
Seitenanzahl: 418 Seiten
ISBN: 978-3-458-36070-4
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Inhaltsangabe
Eine perfekte Familie, zu viele perfekte Lügen
Ev Winslow ist reich, beliebt und wunderschön. Alles, was ihre College-Zimmergenossin Mabel nicht ist. Umso mehr freut sich Mabel, als Ev sie einlädt, den Sommer mit ihr in Bittersweet zu verbringen, ihrem eigenen Ferienhäuschen auf dem Landsitz der Winslows in Vermont. Mabel genießt die windzerzausten Segeltörns, das mitternächtliche Schwimmen, Sommerfeste unterm Sternenhimmel, an dem ein Feuerwerk strahlt. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, hat sie alles, wovon sie je geträumt hat: Freunde, die erste Liebe, und zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, dazuzugehören. Doch auf die ungetrübten, flirrenden Tage fällt ein Schatten, als Mabel eine schreckliche Entdeckung macht, und sie entscheiden muss, ob sie aus dem Paradies vertrieben werden will – oder die dunklen Geheimnisse der Familie bewahrt, um endlich eine der ihren zu werden.
Eine strahlende Familie, die das eigene Dunkel in den Abgrund reißen kann: Bittersweet erzählt von einer scheinbar idyllischen, glamourösen Welt und dem Wunsch einer Außenseiterin, Teil dieser Welt zu sein. Um jeden Preis.
(Quelle: Insel Verlag)


 Bewertung
Ich liebe ja Familiengeschichten und bei diesem Buch war ich von vornherein vom Cover und vom Klappentext begeistert. Vor allem wegen dem Cover erhoffte ich mir nicht nur eine spannende, sondern auch schöne Geschichte.

Mabel, der Hauptcharakter, stammt aus einfachen Familienverhältnissen und hat eine verzwickte Beziehung zu ihren Eltern.
Als Mabel ihre Zeit am College antritt, landet sie gemeinsam mit ihrer Mitstudentin Ev Winslow auf einem Zimmer. Ev, deren richtiger Name Genevra ist stammt von einer höher betagten und einflussreichen Familie ab.
Als sich mit langsamen Schritten eine Freundschaft zwischen den beiden Mädchen entwickelt, lädt Ev Mabel ein, den Sommer mit ihr und ihrer Familie auf deren Landsitz Winloch zu verbringen. Als Mabel einwilligt, ändert sich ihr Leben und ihre Persönlichkeit von Grund auf…

In Winloch angekommen lernen wir nach und nach die gesamte Familie Winslow kennen. Schon beim Ankommen auf dem Landsitz wird die Verbindung zum Titel und zum Cover deutlich. „Bittersweet“ ist das Ferienhaus, in dem Mabel und Ev untergebracht sind. Jedoch erwartet Ev vorerst eine Aufgabe, bei der ihr Mabel helfen soll, denn die Familie Winslow ist eine traditionsbewusste Familie und stellt jedem ihrer Kinder folgende Aufgabe.
„Das ist eine unserer Traditionen: Wenn wir achtzehn werden, wird jedem von uns eines der Häuschen zur Verfügung gestellt – meistens das älteste, heruntergekommenste, das gerade frei ist. Und dann ist es unsere Aufgabe, es bewohnbar zu machen. Um uns zu beweisen.“ (S. 48f.)
Diese Idee fand ich unheimlich toll und bis dahin war ich fast noch ein Fan der Familie. Ich liebe „aus alt mach neu“ und das wäre eine wunderbare Bewehrungsprobe für mich selbst.

Zu diesem Zeitpunkt gelingt es der Autorin schon dem Leser den Eindruck zu verschaffen, dass das Cover das Ferienhaus „Bittersweet“ und seine Umgebung 1 zu 1 darstellt.

Zu Beginn ist dieses Buch wie Urlaub, ich war hin und weg und konnte vollkommen abtauchen. Je mehr Einblicke Mabel in die Familienverhältnisse bekommt, desto mehr kommt der spannende Teil des Buches durch. Von einer Tante Ev’s wird Mabel beauftragt, dass Familiengeheimnis zu lüften und die Winslows zu Fall zu bringen.
Anhand eines Büchleins begibt sich Mabel auf die Suche des Geheimnisses und was sie alles ans Licht blickt, ist großartig.
Mir haben die Ideen der Autorin unheimlich gefallen, zu dem machte ihr Schreibstil das Buch für mich zu einem Pageturner.
Seit langem erwähne ich hier mal wieder das Thema Kapitel. Miranda Beverly-Whittemore gab jedem Kapitel eine sehr passende Überschrift und dieser Punkt gefiel mir super, es erhöhte die Neugier und am Ende eines Kapitels konnte man sagen, passt perfekt.

Hört sich bis jetzt perfekt an, aber ein paar Kleinigkeiten hätte ich mir noch anders gewünscht. Zum einen fehlten mir hier zu bestimmten Situationen mehr Emotionen und da sehr viele verschiedene Themen angesprochen wurden, fehlte mir ein wenig die Tiefgründigkeit. Meines Erachtens hätte dies auch ein Buch mit 700 Seiten werden können, ich hätte es dennoch gern gelesen.
Und auch beim Ende hat mir was gefehlt, und zwar Namen!
Man musste als Leser genaustens aufpassen und herauslesen, welche Personen das Ende erzählen.

Fazit
Trotz kleiner Mängel bin ich hin und weg von diesem Buch und meine anfängliche Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Ein Buch voller Lügen, Intrigen und besonderer Momente. Für alle die sich gerne auf die Suche nach Familiengeheimnisse machen und zudem interessante Charaktere und ein tolles Drumherum mögen, für diese ist dieses Buch meiner Meinung nach das Richtige.
Perfekt eignet sich „Bittersweet“ als Urlaubslektüre.
Weiterhin werde ich mir die Autorin notieren und auf mehr von ihr warten.

Zur Autorin
Miranda Beverly-Whittemore, geboren 1976, verbrachte als Tochter eines Anthropologen einen Teil ihrer Kindheit in Senegal. Die Familie ließ sich in Vermont nieder, wo ihr Roman Bittersweet verortet ist. 2007 wurde sie mit dem Janet Heidinger Kafka Prize ausgezeichnet. Miranda Beverly-Whittemore lebt mit ihrer Familie in Brooklyn.
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Mein herzlichster Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares gilt