Freitag, 6. Februar 2015

Rezension "Das Schwein"

Titel: Das Schwein
Autor: Edward Lee
Verlag: Festa Verlag
Preis: 12,80€ (9,99€ im Abo)
Seitenanzahl: 160 Seiten
ISBN: Privatdruck, keine ISBN
Kaufen: HIER
Reihe? Band 1 der FESTA Extrem Reihe (Bände bauen nicht aufeinander auf)



Inhaltsangabe
Man nehme:
- einen skrupellosen Pornoproduzenten
- ein auf Perversitäten spezialisiertes Studio mitten in der Einöde
- zwei abgefuckte, drogenabhängige Prostituierte
- dumme, aber liebenswerte Hinterwäldler
- einen naiven Filmstudenten aus der Großstadt
- eine sexsüchtige Sektenbraut
- einen allzeit willigen Schäferhund
- ein Hausschwein mit besonderen Talenten

Und fertig ist die größte literarische Sauerei des Jahrhunderts.
 (Quelle: FESTA Verlag)


 Meine Bewertung
Wer denkt, er kann sich ein wenig in das Buch einlesen, bevor es richtig los geht, ist bei „Das Schwein“ an der falschen Adresse, denn hier wird man ab S. 1 mit dem Buch konfrontiert.
Erster Satz:
„Sissy schaute auf das Schnapsglas voller Schweinesperma und kippte es auf ex.“ (S.5)

Ja genau, ihr lest richtig SCHWEINESPERMA! Lecker, oder??^^

Sissy gehört neben Snowdrop zu den beiden abgefuckten, drogenabhängigen Prostituierten, deren einziges Tagesziel darin besteht Koks zu bekommen. Was die dafür tun müssen, schnallen sie nicht wirklich! Sie nehmen es hin und „erledigen es“, wie wir zum Beispiel jeden Morgen zur Arbeit gehen. Tiefer als die beiden kann man nicht sinken, demnach bleibt das Thema Mitleid hier vollkommen auf der Strecke. Ihre Aufträge erhalten sie von einem Pornoproduzenten namens Rocco, der Geld mit Pornos der etwas anderen Art machen will.
Da kommt ihm der naive Filmstudent Leonard ganz recht. Dieser hat Schulden und Rocco weiß sofort, wie er diese begleichen kann. Er soll die Filme für ihn drehen. Als er nach dem Inhalt der Filme fragt, werden Wörter wie Tierpornografie, Nekrophilie und Snuff in den Raum geschmissen.

Tierpornografie: ist die pornografische Darstellung von sexuellen Handlungen zwischen Menschen und Tieren.
Nekrophilie: bezeichnet eine Sexualpräferenz, die auf Leichen gerichtet ist.

Snuff: filmische Aufzeichnung eines Mordes, der zur Unterhaltung des Zuschauers begangen wurde.
Wer, wie oder was uns Edward Lee da alles in den Kopf bringt, möchte ich euch nicht verraten. Als das sollt ihr allein aus den 160 Seiten herauslesen!
Als sei dies nicht schon genug, schafft es Lee auch noch die Sektenbraut Esther in die Geschichte einzubauen und langsam aber sicher mit ihr und Leonard das Ende der Geschichte einläutet.
Beim zweiten Mal hat mir das Ende viel besser gefallen, als beim ersten Mal lesen, einfach weil ich mit der Zeit mit der Art der letzten Buchseiten von Edward Lee warm wurde. Die Enden von Lee sind einfach anders, auch ein wenig unrealistisch, aber sie zeugen einfach von Kreativität und diese muss ein Autor besitzen!

160 Seiten sind für manche von uns Lesern nichts, und man fliegt mit einer Geschwindigkeit durch dieses Buch, die schon fast gefährlich ist. Aber dieses „Fliegen durch die Story“ liegt wirklich an der Idee und dem Schreibstil, nicht an den 160 Seiten!

Abzug bekommt dieses Buch lediglich wegen Edward Lee’s Leidenschaft für das Einbringen von Themen, welche mit der Kirche zu tun haben. Wäre hier einfach nicht nötig gewesen.

Zum Abschluss einen wichtigen Tipp an alle, die vorhaben „Das Schwein“ zu lesen:
Lasst es sein dieses Buch genüsslich zum Frühstück lesen zu wollen, auch nicht zum Mittag oder zum Abendbrot. Lasst es einfach, denkt nicht mal an Essen! Ihr werdet auch nach dem Buch so schnell nicht an die nächste Mahlzeit denken :P
Wer diesen Tipp nicht folgt, ist selbst schuld!

Fazit
Edward Lee hat hier ein Buch für Fans geschaffen!
Aufgrund seiner Themen teilt es einfach die Meinungen, was ich nicht schlimm finde, denn es gibt genügend Bücher für alle.
Wörter, die mir bei diesem Buch als erstes Einfallen:
Ekel, Würgereiz, Sex in alles Variationen, tierische Flüssigkeiten aller Art und nochmals Ekel, Ekel und Ekel :D

Zum Autor
Edward Lee (geboren 1957 in Washington, D. C.). Nach Stationen in der U.S. Army und als Polizist konzentrierte er sich lange Jahre darauf, vom Schreiben leben zu können. Während dieser Zeit arbeitete er als Nachtwächter im Sicherheitsdienst. 1997 konnte er seinen Traum endlich verwirklichen.
Er lebt heute in Florida und hat mehr als 40 Romane geschrieben, darunter den Horrorthriller Header, der 2009 verfilmt wurde. Er gilt als obszöner Provokateur und führender Autor des Extreme Horror.

Festa warnt ausdrücklich: Edward Lees Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis.
© Festa