Montag, 22. September 2014

Rezension "Stolz und Vorurteil"

Titel: Stolz und Vorurteil
Autor: Jane Austen
Seitenanzahl: 368 Seiten
Verlag: Anaconda Verlag
Preis: 6,95€
ISBN: 978-3-86647-178-8
Bestellen beim Verlag: *hier*


Inhaltsangabe
Im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts steht die junge und schöne Elizabeth Bennet vor einer großen Lebensentscheidung: der Wahl eines geeigneten Heiratskandidaten. Ihr allzu stolzes Wesen jedoch vernebelt ihr ein ums andere Mal den Blick, bis sie nach vielen Verwicklungen schließlich doch die Liebe ihres Lebens findet.
(Quelle: Anaconda)

Meine Bewertung
Viel Zeit musste vergehen, dass ich mich endlich an die Romane von Jane Austen wage. Und ich bin froh, das erste Buch von der Autorin gelesen zu haben.

In dem Buch kamen die für diese Zeit typischen Themen auf: das geordnete und sehr züchtige Familienleben, viele Feste, um  den Töchtern einen möglichst gut gestellten Mann vorzustellen und diese dann zu verheiraten, Kontakte mit gut gestellten Gesellschaften pflegen, usw. All dies machte dieses Buch sehr rund und man bekam einen guten Einblick.

Als Leser bekam man einen guten Einblick in die Familie Bennet. Man lernte Mutter und Vater kennen, welche wohl mehr als unterschiedlich sind. Aber es war eine andere Zeit, heutzutage wäre diese Ehe wohl zum Scheitern verurteilt. Auch lernte man die 4 Schwestern von Elizabeth Bennet kennen. Jede auf ihre Art ganz anders. Am sympathischsten gleich nach Elizabeth, auch Lizzy genannt, war mir Jane, die als älteste Schwester der ebenfalls auf der Suche nach einem Heiratskandidaten war. Bei den männlichen Protagonisten sagte mir zunächst nur Mr. Bingley zu. Ein sehr sympathischer und zuvorkommender Mann der damaligen Zeit. Auf ihn hatte Jane ein Auge geworfen und er erwiderte ihr Interesse. Mr. Darcy, ein weiteres männlicher Charakter war mit zunächst eher unsympathisch. Es schien, als wenn er sehr eingebildet und von sich überzeugt ist und man es ihm als Frau nicht recht machen kann. Nach einem großen Hin und Her, um seine Person und seine Gefühle für Lizzy änderte sich meine Meinung über ihn zum Glück noch.
Der bis zum Schluss unsympathischste Charakter war wohl Mrs. Bennet. Ohne Rücksicht auf Gefühle ihrer Töchter oder ihres Mannes, war sie nur darauf bedacht ihre Töchter reich zu verheiraten. Allgemein gab es für mich mehr unsympathische, als sympathische Charaktere.

Zeitweise, gerade um die Stellen, wo es um die Schwester Lydia ging, welche so ganz anders war als ihre großen Schwestern, naiv und flippig, kam es mir etwas lahm vor. Die Story zog sich an dieser Stelle ein wenig. Für mich wäre das Buch also ohne diesen Auszug noch besser gewesen.
Und auch von der Liebesgeschichte um Elizabeth und Mr. Darcy habe ich mich irgendwie einen größeren Schmachteffekt gewünscht. Wir bekamen ein Happy End, aber dies lies zu lange auf sich warten und mir fehlte die Intensität. Wenn ich mir vorstelle, dass heute kennen lernen wäre mit so einem Zeit- und Kraftaufwand verbunden, wäre ich wohl immer noch Single :)

Fazit
Ein toller Einstieg in die Romane von Jane Austen. Ich hatte immer Angst vor dem Wort Klassiker, der kleinen Schrift und der hochbetagten Sprache, aber ich war unheimlich positiv überrascht, wie gut sich dieser Roman lesen ließ.
Für alle Bücher-Junkies ist dieser Klassiker glaub ich ein Muss im Bücherschrank und erst recht ein Muss im Kopf!!

Das Buch bekommt 4 von 5 Sternen.

Nun die Frage an euch: Welches wird mein nächster Austen-Roman?
"Emma" oder "Die Abtei von Northanger"??

Eure Andrea