Sonntag, 19. März 2017

[Rezension] Das verlorenen Medaillon

Titel: Das verlorene Medaillon | Autorin: Ellen Marie Wisemann | Verlag: Piper Verlag 
Preis: 9,99€ (TB) | Seitenanzahl: 448 Seiten 
ISBN: 978-3-492-30982-0
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Inhaltsangabe
Eine ergreifende Geschichte über den Sieg von Liebe und Mut über Unrecht und Gier
Angesichts des Elends, das in der Bergarbeiterstadt Coal River herrscht, ist Emma Malloy fassungslos. Selbst Waise, geht ihr besonders das Schicksal der Kinder zu Herzen, die halb verhungert und unter Lebensgefahr in den Kohlenminen schuften müssen. Gegen den Willen ihrer wohlhabenden Verwandten, bei denen Emma seit dem Tod ihrer Eltern lebt, verteilt sie heimlich Nahrungsmittel an die Ärmsten und bringt den Kindern Lesen und Schreiben bei. Eines Tages trifft sie dabei auf den Arbeiter Clayton Nash, der sie vor der Kohlekompanie warnt, denn die duldet keine Einmischung...
(Quelle: Piper Verlag)


Meine Meinung

Interessantes Thema, schwache Charaktere


Nachdem das erste Buch der Autorin mir sehr gut gefallen hatte, war es für mich selbstverständlich auch das neue Buch von Ellen Marie Wiseman zu lesen.

Emma Malloy, muss als Waise nach dem Tod ihrer Familie zurück in die verhasste Stadt Coal River, um bei ihrer Tante und deren Familie zu lesen. Mit Coal River verbindet die 19-jährige Emma nur Schrecken. Vor 9 Jahren kam ihr kleiner Bruder ums Leben und auch von der Menschlichkeit ihres Onkels und Cousins ist sie absolut nicht überzeugt. Dennoch bleibt ihr vorerst nichts anderes übrig.
Sehr schnell merkt man, dass Emma die Zustände in der Stadt unter ganz anderen Augen sieht, als der Rest ihrer schrecklichen Familie. Der Onkel verdient und die Bergarbeiter und deren Familien leben in Not und Leiden.
Emma bekommt sehr schnell mit, dass die Bergarbeitersiedlung von Armut und Sterben überschattet werden. Nur sterben hier keine alten Menschen, sondern Kinder! Dieser Punkt war auch für mich sehr erschreckend und meiner Meinung nach die Thematik, welche beim Leser Emotionen hervorruft.

Neben der motivierten Emma, die etwas verändern und bewirken möchte, gibt es in dem Buch sehr wenige Sympathieträger. Auf einige habe ich auf den ersten Seiten wirklich gehofft, aber die Autorin hat den Charakteren eine eher unwichtige Rolle für die Geschichte zugeschrieben.
Der allseits verhasste Clayton Nash, der für die Oberhäupter der Bergarbeiterbranche in Coal River eine große Gefahr darstellt, fällt Emma sofort ins Auge. Denn hinter seinem Ruf steckt anscheinend ein ganz anderer Mann, als erwartet.

Die Thematik Kohleabbau schien für mich anfangs gar nicht so relevant zu sein, aber es war im Nachhinein genau das Thema in Verbindung mit der im Buch dargestellten Kinderarbeit, welches mich total begeistern bzw. erschrecken konnte. Ein Punkt in der Geschichte, welcher auf jeden Fall angesprochen werden muss, denn diese Situationen gibt es meiner Meinung nach noch zu Genüge auf unserer Welt. Auch das Bild von der Stadt Coal River, die Atmosphäre in der Bergarbeitersiedlung und die große Not der Menschen konnte Wiseman dem Leser sehr gut vor Augen führen. Mein absolutes Highlight und ich möchte daher auf jeden Fall noch andere Bücher über diese Thematik lesen.

Ellen Marie Wiseman beschreibt die Zeit um 1912 wirklich toll. Das Buch liest sich, wie bereits auch ihr Debut in Deutschland sehr flüssig.
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Wie bereits in meiner Überschrift erwähnt, konnte mich dieses Buch lediglich in Hinsicht der Charaktere nicht überzeugen. Ich benötige in jedem Buch einen Charakter, mit dem ich mit fiebern kann und dies war hier einfach nicht der Fall. Bei Emma fehlte es mir an Emotionen. Sie wurde zwar mit einem gewissen Kampfgeist beschrieben, aber sie blieb mir dennoch sehr blass.
Mein persönliches Highlight waren die armen Menschen in der Bergarbeitersiedlung. Hier beschrieb die Autorin die Gefühle und schrecklichen Situationen sehr gut und man konnte als Leser mitfühlen.

Ein weiterer Punkt bei diesem Buch, der mir vor allem im Nachhinein überhaupt nicht gefallen hat, ist der Titel des Buches. Hier hätte im Deutschen unbedingt der Originaltitel „Coal River“ beibehalten werden sollen. Der Hinweis auf das Medaillon verwirrt den Leser beim Lesen zusehend, weil es meiner Meinung nach einfach nicht im Fokus steht.


Mein Fazit
Dieser Roman bringt für mich ein sehr interessantes und emotionales Thema mit sich, welches berührt und zum Nachdenken anregt. Schreibtechnisch konnte mich die Autorin wieder überzeugen und ich freue mich auf weitere Romane.
Dennoch kann der zweite in Deutschland erschienene Roman vor allem in Hinsicht auf die Charaktere nicht mit dem ersten Buch mithalten. Ich wünsche mir für ein weiteres Buch der Autorin, dass sie dem Leser ein intensiveres Bild der Personen vor Augen führen wird.
Weitere Rezensionen zum Buch

Die Autorin
Ellen Marie Wiseman wurde in Three Mile Bay, einer kleinen Ortschaft im Bundesstaat New York, geboren. Sie besucht häufig ihre Verwandten in Deutschland und interessiert sich sehr für deutsche Geschichte und Kultur. Wiseman lebt zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und drei Hunden am Ufer des Lake Ontario.
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Mein herzlichster Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares gilt