Mittwoch, 15. Oktober 2014

Rezension "Im Hause Longbourn"

Titel: Im Hause Longbourn
Autor: Jo Baker
Seitenanzahl: 448 Seiten
Verlag: Knaus
Preis: 19,99€
ISBN: 978-3-8135-0616-7
Bestellen beim Verlag: *hier*


Inhaltsangabe
Wiedersehen mit der Familie Bennet aus „Stolz und Vorurteil“

Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft.

Jo Baker erzählt Jane Austens bekanntesten Roman von einer ganz anderen Seite: der der Dienstboten. Und zeigt, dass deren Dramen jenen der Herrschaften in nichts nachstehen.
(Quelle: Knaus)


Meine Bewertung
Nachdem ich „Stolz und Vorurteil“ gelesen hatte, war ich so gespannt auf dieses Buch und ich wusste schon nach ein paar Seiten, dass ich nicht enttäuscht werden würde.

Der Schreibstil von Jo Baker ist wirklich grandios, ich bin teilweise nur so durch die Seiten geflogen. Beim Blättern ist mir zu dem sofort aufgefallen, dass sich das Papier wie Seide anfassen lässt, ein ganz besonderes Erlebnis.

Und nun zur Story:
Das gesamte Buch wird in 3 Teile aufgeteilt. Und jedes der 3 Bände hat für den Leser etwas ganz besonderes zu bieten.
Im ersten Band lernen wir unsere Protagonistin Sarah und die anderen Dienstboten im Hause Longbourn kennen. Kann aus Antipathie eine Sympathie entstehen? Wenn ja folgt man dann seinem Herz oder der Vernunft?
 Der zweite Band erzählt die Geschichte der Familie aus der Sicht der Angestellten. Hier treffen wir auf sehr viele Parallelen zu SuV. Die Verbindung zwischen beiden Büchern wird geschaffen. Wir begegnen Mr. Collins und Mr. Wickham und erfahren sowohl ein wenig mehr über ihre Personen, als auch über die Geschehnisse um sie herum.
Und im dritten Band stoßen wir auf Geheimnisse, Vertuschungen und eine lang gehegte Sehnsucht. Dieser Teil hat mir am meisten gefallen. Er gibt uns so viel Preis und hier geht es weit über die Geschichte um SuV hinaus. Und die letzten Seiten mit ihrem Rückblick auf die Charaktere ist mein absolutes Highlight der Geschichte. Jo Baker hat so ein grandioses Ende geschaffen.

Kleine Kritikpunkte sind eine zu langatmige Geschichte um den Hausdiener James, die mich wirklich zwischenzeitlich geschlaucht hat und dass die Protagonisten aus SuV nur wenig sympathisch rüber kommen, was auch daran liegen kann, dass sie immer nur am Rande erwähnt werden, dann geben sie jedoch ein sehr unsympathisches Bild ab.

Fazit
Fazit 1) Momentan eines der hübschesten Cover in meinem Schrank.
Fazit 2) Ein tolles Spin-Off von SuV.
Fazit 3) Für alle Austen Fans einfach ein Buch, welches man lesen sollte, denn wir oben bereits erwähnt, stehen die Dienstboten und deren Dramen den Dramen der Herrschaften in nichts nach.
Ich hatte das Vergnügen SuV kurz vorher gelesen zu haben und steckte somit noch in der Geschichte um die Bennet’s drin. Falls es mal ein Re-Read geben wird, werde ich wieder beide Bücher im Anschluss lesen.

Das Buch bekommt 4 von 5 Sternen.


Großen Dank für das Rezensionsexemplar an