Donnerstag, 18. August 2016

[Rezension] Überredung. Die Liebe der Anne Elliot

Titel: Überredung. Die Liebe der Anne Elliot | Autorin: Jane Austen
Verlag: Anaconda Verlag | Preis: 6,95€ (HC) 
Seitenanzahl: 320 Seiten  | ISBN: 978-3-86647-554-0
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Inhaltsangabe
Vor acht Jahren schlug Anne Elliot auf Anraten ihres Vaters den Heiratsantrag des jungen Heißsporns Frederick Wentworth aus und entschied sich für ein ruhiges Leben auf dem Familiengut. Doch fad schmeckt der Alltag in den Kreisen des Landadels, der in leerem Standesdünkel verharrt. Als sie dem inzwischen gereiften Frederick überraschend wiederbegegnet, bahnt sich nur zögerlich eine zarte Romanze an ?
(Quelle: Anaconda Verlag)


Meine Meinung


Immer diese Liebe…

Wer schon einmal einen Roman von Jane Austen gelesen hat, weiß, dass dieses Thema in ihren Büchern eine große Rolle spielt.
Nach dem mein erster Roman der Autorin, „Stolz und Vorurteil“ fast zwei Jahre her ist, kam dieses Buch ganz recht.
Da ich mal etwas anderes ausprobieren wollte, habe ich dieses Buch nicht gelesen, sondern gehört und ich war unheimlich gespannt, wie meine auditive Wahrnehmung einen Klassiker verarbeiten kann.

Anne Elliot war mir von Anfang an sympathisch, anders war es bei ihrer Familie. Anne stellt eine gebildete Frau dar, ganz untypisch für die damalige Zeit und tritt Oberflächlichkeiten eher verhalten gegenüber.
Das Buch spielt 1814 und es war einfach eine andere Zeit. Die Lebensverhältnisse waren sehr unterschiedlich, es wurde sehr viel Wert auf den Ruf und auf materielle Sachen gegeben und das Thema Liebe war damals sowas von kompliziert.
Aufgrund der Geldnöte im Hause Elliot war es klar, dass die hübsche Tochter Anne eine Heirat mit Nutzen für die gesamte Familie in Betracht ziehen soll. Da schickte es sich nicht, dass sie sich zu Frederick Wentworth hingezogen fühlte, welcher nur ein mittelloser Marineoffizier war. Und natürlich hat damals fast jedes Mädchen auf den Rat der Familie gehört. Ein Punkt, der damals und heute allerdings gleichgeblieben ist, ist, dass Gefühle für jemanden nicht einfach so verschwinden.

Toll an Klassikern und an deren Geschichten finde ich immer wieder, dass man in eine völlig andere Welt abtaucht. Den Alltag der damals lebenden Menschen miterlebt. Sowohl den Ablauf im Haushalt, als auch die verschiedenen öffentlichen Anlässen, zu denen die Familie sich damals nach Möglichkeit mit der Kutsche aufmachten. Kann man in der Gegenwart sagen, man könnte sich vorstellen, zu damaliger Zeit gelebt zu haben? Ich könnte es, denn ich mag diese Epoche sehr gern.

Legt man als Leser ein Augenmerk auf die Liebelei zwischen Anne und Frederick merkt man, dass die Geschichten der Autorin reifen. „Überredung“ war der letzte Roman von Jane Austen und hier gefällt mir die Umsetzung in Bezug auf die Gefühle, dass Aufeinandertreffen und das Verhalten miteinander besser, als bei „Stolz und Vorurteil“.

Nach einigen Ausschweifungen im mittleren Teil, war das letzte Drittel doch wieder sehr schön zu verfolgen. Jane Austen hat hier auf eine schöne Geschichte hingearbeitet und diese dann präsentiert. Auch geschichtliche Anlehnungen sind enthalten, welche bei mir aufgrund von Unwissenheit leider etwas untergegangen sind, aber am Ende des Buches findet man nochmal eine tolle Zusammenfassung.

Zum Punkt Hörbuch, welcher vielleicht auch einige Leser interessiert. Die Leserstimme von Eva Mattes war unheimlich angenehmen und passte sehr gut zu Anne. Da die Geschichte nur aus ihrer Sicht erzählt wird, war dies in der Hinsicht ein Volltreffer. Denn ob Eva Mattes eine Könnerin im Stimmen verändern ist, kann ich mir schwer vorstellen. Meine Kritikpunkte, welche ich weiter unten besprechen werden, haben denk ich weniger mit dem Hörbuch zu tun, sondern mit der Geschichte an sich. Gelesen wären diese Probleme bei mir auch aufgetreten.
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Mir hat das Buch gefallen, dennoch sind hier einige Dinge aufgetreten, mit denen ich sonst keine Probleme habe. Diese unheimliche Zahl von Charakteren, puh. Dass Familien damals groß waren, weiß ich, aber diese Verbindungen untereinander. Gefühlt war da ja jeder mit jedem verwandt und da verliert man ganz schnell mal den Überblick, wenn auf einmal der Cousin der Nachbarin auftaucht. Und als wenn viele Namen nicht genug Verwirrung stiften, tauchen hier auch viele Häuslichkeiten auf, welche früher benannt wurden und verschiedene Ortschaften. Kurzzeitig dachte ich dieses Buch besteht nur aus Eigennamen.

Auch wer dieses Buch nicht hört, kommt beim Lesen um kleine Notizen nicht herum. Ob dies mein Nachteil war, dass ich beim Hören natürlich nicht immer ein Blatt Papier zur Seite habe?


Mein Fazit
Ein Klassiker à la Jane Austen, wie man ihn erwartet.
Da die vielen Eigennamen bei mir jedoch zu häufiger Verwirrung führten, ahne ich, dass dieses Werk eher mit kurzweiligen Erinnerungen verknüpft sein wird. Dennoch als Hörbuch geeignet und die Zusammenfassung in geschichtlicher Hinsicht am Ende des Buches war im Nachhinein nochmal toll nachzulesen. Der nächste Austen wird aber wieder gelesen.
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Die Autorin
Jane Austen war eine britische Schriftstellerin aus der Zeit des Regency, deren Hauptwerke Stolz und Vorurteil und Emma zu den Klassikern der englischen Literatur gehören.
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